Die antihormonelle Therapie bei Prostatakrebs verstärken

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Mit einem neuen Antiandrogen kann das Tumorwachstum aufgehalten werden, auch wenn der Krebs ansonsten nicht ausreichend auf die antihormonelle Therapie angesprochen hat.

Wenn Prostatakrebs zwar noch lokal begrenzt ist, aber nach einer Operation oder Strahlentherapie nicht ausreichend auf eine antihormonelle Therapie anspricht, sodass prostataspezifisches Antigen (PSA) wieder ansteigt, kann sich unter Umständen eine zusätzliche Therapie mit einem neuen Antiandrogen lohnen. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichteten, verlangsamt sich dadurch die Entwicklung von Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in anderen Organen, was schlussendlich auch das Sterberisiko vermindert.

An der Studie beteiligten sich 1.509 Patienten mit nicht-metastasiertem Prostatakrebs, die nach einer Operation oder Strahlentherapie eine antihormonelle Therapie erhielten. Bei allen jedoch schritt die Krankheit trotz der Behandlung weiter voran, weshalb ihr Krebs als „kastrationsresistent“ eingestuft wurde. Die Teilnehmer erhielten daraufhin weiter eine antihormonelle Therapie zur Unterdrückung der Wirkung der Androgene, die das Tumorwachstum befördern. Zusätzlich erhielten sie entweder das neue Antiandrogen oder ein Scheinmedikament (Placebo). 

Bei den Patienten, die das neue Antiandrogen erhalten hatten, kam es seltener und später zur Entwicklung von Metastasen etwa in den Knochen. Sie benötigten auch seltener bzw. später weitere Therapien wie eine Chemotherapie. Zudem war ihr Sterberisiko um knapp ein Drittel geringer als das derjenigen Patienten, die zusätzlich zur antihormonellen Therapie Placebo erhalten hatten. Das Gesamtüberleben nach drei Jahren war niedriger. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen hingegen war in beiden Gruppen gleich.

Dies zeige, so die Studienautoren, dass Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs, bei denen unter einer antihormonellen Therapie der PSA-Wert wieder ansteigt, von einer zusätzlichen Therapie mit dem neuen Antiandrogen profitieren können.

Bei der antihormonellen Therapie werden Medikamente verabreicht, die die Bildung von Testosteron und anderen Androgenen im Hoden blockieren. Die männlichen Geschlechtshormone treiben in vielen Fällen das Wachstum von Prostatakrebs voran. Das neue Antiandrogen verhindert, dass sich die Androgene in den Krebszellen an ihre Bindungsstellen, die Rezeptoren, binden. Dies kann das weitere Krebswachstum aufhalten.

 

Quelle:

Fizazi K et al. Nonmetastatic, Castration-Resistant Prostate Cancer and Survival with Darolutamide. New England Journal of Medicine 2020; 383:1040-9

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 16:41