Die antihormonelle Therapie bei Prostatakrebs erweitern

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Die Lebensqualität leidet durch die Zugabe eines antiandrogenen Wirkstoffs offenbar nicht. 

Die Zugabe eines bestimmten antiandrogenen Wirkstoffs zur antihormonellen Therapie verbessert bei Patienten mit hormonempfindlichem Prostatakrebs, der sich bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat, die Prognose. Wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Lancet Oncology berichteten, erwies sich die neue Kombination zudem als gut verträglich, die Lebensqualität wird durch sie nicht beeinträchtigt.

An der Studie nahmen 1.052 Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs teil. Ein wichtiger Wachstumsfaktor für Prostatakrebs ist das männliche Geschlechtshormon (Androgen) Testosteron, es befördert das Wachstum der Tumoren. Mithilfe einer antihormonellen Therapie wird deshalb versucht, die Bildung von Testosteron zu unterdrücken. Dies geschieht entweder, indem die Hoden operativ entfernt werden, oder durch die Gabe von Medikamenten, die die Bildung von Testosteron im Körper unterdrücken. In vielen Fällen jedoch schreitet die Erkrankung dennoch nach einer gewissen Zeit wieder voran. In dieser Situation kann, wie sich in früheren Datenauswertungen erwiesen hat, die zusätzliche Gabe eines Medikaments, das die Wirkung von Testosteron unterbindet („Antiandrogen“), helfen.

Nun bewerteten die Wissenschaftler die Sicherheit der neuen Kombinationstherapie. Sie konnten feststellen, dass es sich um eine gut verträgliche Behandlungsoption handelte. Obwohl der antihormonellen Therapie eine Androgenblockade hinzugefügt wurde, verschlechterte sich die Lebensqualität der Patienten nicht.

 

Quelle:

Agarwal N et al. Health-related quality of life after apalutamide treatment in patients with metastatic castration-sensitive prostate cancer (TITAN): a randomised, placebo-controlled, phase 3 study. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. September 2019, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30620-5

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 12.11.2019 22:37