Die antihormonelle Therapie bei Prostatakrebs „ergänzen“

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Der antihormonellen Therapie bei voranschreitendem nicht-metastasiertem Prostatakrebs einen Androgenrezeptorblocker hinzuzufügen, steigert die Überlebensaussichten.

Bei Patienten mit „kastrationsresistentem“ Prostatakrebs, der voranschreitet, obwohl eine Hormonentzugstherapie stattfindet, sich aber noch nicht mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat, kann es sich lohnen, wenn zur antihormonellen Therapie ein Androgenrezeptorblocker hinzugefügt wird. Darüber berichteten Wissenschaftler im New England Journal of Medicine.

In einer Phase III-Studie hatten Patienten, bei denen ein nicht-metastasierter Prostatatumor trotz konventioneller Hormonentzugstherapie weiter voranschritt, zusätzlich einen Androgenrezeptorblocker oder ein Scheinmedikament (Placebo) erhalten. Der Androgenrezeptorblocker verhindert unter anderem die Bindung der Androgene, also der männlichen Geschlechtshormone, an ihre Bindungsstelle (Rezeptor), sodass sie ihre krebsfördernde Wirkung an den Zellen nicht entfalten können.

Die Hälfte der insgesamt 933 Patienten, die mit dem Androgenrezeptorblocker behandelt worden waren, lebte fünfeinhalb Jahre und länger (67 Monate), in der Placebogruppe waren es rund 56 Monate. Schwere Nebenwirkungen Grad 3 oder mehr traten in der Androgenrezeptorblockergruppe nicht häufiger auf als in der Placebogruppe. Die häufigsten Nebenwirkungen waren chronische Erschöpfung (Fatigue) und Beschwerden in den Muskeln oder Knochen.

Durch die zusätzliche Gabe des Androgenrezeptorblockers zur herkömmlichen antihormonellen Therapie könne bei Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs und rasch ansteigendem Prostata-spezifischem Antigen (PSA) das Gesamtüberleben signifikant verlängert werden, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Das Sterberisiko sinke durch die zusätzliche Therapie um 27 Prozent.

 

Quelle:

Sternberg CN et al. Enzalutamide and Survival in Nonmetastatic, Castration-Resistant Prostate Cancer. New England Journal of Medicine 2020, 382:2197-206

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24