Die antihormonelle Therapie bei fortschreitendem Brustkrebs unterstützen

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Unabhängig davon, ob die Wechseljahre schon eingetreten sind oder nicht, kann ein CDK4/6-Blocker Überlebensvorteile bringen.

Wenn hormonempfindlicher, HER2-negativer fortgeschrittener Brustkrebs trotz einer antihormonellen Behandlung weiter voranschreitet, kann es sich lohnen, eine Kombinationstherapie mit einem sogenannten CDK4/6-Hemmer und dem Antiöstrogen Fulvestrant durchzuführen. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Der Zyklin-D-Zyklin-abhängige Kinase-Signalweg, der von CDK4/6-Hemmern blockiert wird, spielt bei der Entwicklung von Resistenzen gegenüber einer antihormonellen Therapie eine Rolle. Antiöstrogene wie Fulvestrant blockieren die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen an seiner Bindungsstelle an der Zelle oder hemmen ganz und gar die Bildung von Östrogen im Körper. Werden CDK4/6-Blocker und ein Antiöstrogen kombiniert eingesetzt, ergänzen sich die Wirkungen, das Krebszellwachstum kann aufgehalten werden. 

An der Studie nahmen insgesamt 669 Patientinnen mit fortgeschrittenem hormonempfindlichem, HER2-negativem Brustkrebs teil. Ein Teil von ihnen hatte noch nicht oder gerade erst die Wechseljahre erreicht, ihre Eierstocksfunktion wurde wegen der Brustkrebserkrankung unterdrückt. Die übrigen Teilnehmerinnen hatten die Wechseljahre bereits hinter sich und erhielten eine antihormonelle Therapie. Bei allen schritt der Brusttumor weiter voran, weshalb sie nun zusätzlich zum Antiöstrogen Fulvestrant entweder einen CDK4/6-Blocker oder ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten.

Unter der Kombination von Antiöstrogen und CDK4/6-Hemmer verlängerte sich im Vergleich zu Antiöstrogen und Placebo das Gesamtüberleben. So war in der Placebogruppe die Hälfte der Patientinnen nach gut drei Jahren (37,3 Monate) verstorben. In der CDK4/6-Blockergruppe war dies erst nach knapp vier Jahren (46,7 Monate) der Fall. Die positive Wirkung fand sich unabhängig davon, ob die Wechseljahre bereits erreicht waren oder nicht. Auch die Zeit, bis die Krankheit erneut voranschritt, die Zeit, bis wieder eine Chemotherapie notwendig wurde und das Chemotherapie-freie Überleben waren unter Antiöstrogen und CDK4/6-Hemmer signifikant besser. 

Nach Ansicht der Studienautoren sei die Wirkung des CDK4/6-Hemmers im Zusammenspiel mit der Antiöstrogenwirkung von Fulvestrant bei Patientinnen mit fortschreitendem Brustkrebs bei vorangegangener antihormoneller Therapie als positiv zu bewerten.

 

Quelle:

Sledge GW et al. The Effect of Abemaciclib Plus Fulvestrant on Overall Survival in Hormone Receptor–Positive, ERBB2-Negative Breast Cancer That Progressed on Endocrine Therapy—MONARCH 2. A Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. September 2019, doi:10.1001/jamaoncol.2019.4782

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43