Die antihormonelle Therapie bei Brustkrebs unterstützen

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Mit einer CDK4/6-Hemmung zusätzlich zur antiöstrogenen Therapie lässt sich fortgeschrittener Brustkrebs, der nicht ausreichend anspricht oder wiederkehrt, länger aufhalten. 

Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem hormonempfindlichem, also Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs, die auf eine antihormonelle Therapie ansprechen, kann eine Kombinationstherapie mit dem CDK4/6-Hemmer Palbociclib und dem Antiöstrogen Fulvestrant gegenüber der alleinigen Östrogenblockade Überlebensvorteile bringen. Das zeigen die Ergebnisse der PALOMA-3-Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine, die auch auf dem diesjährigen Jahreskongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in München vorgestellt wurden.

An der Studie nahmen 521 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs teil, der Hormonrezeptor-positiv und HER2-negativ (humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2) war. Bei ihnen war der Tumor unter der letzten antihormonellen Therapie entweder weiter vorangeschritten, oder es war zu einem Rückfall gekommen. Nun erhielten sie zu dem Antiöstrogen Fulvestrant den CDK4/6-Hemmer Palbociclib oder ein Scheinmedikament (Placebo) hinzu.  

Infolge der zusätzlichen CDK4/6-Hemmung verlängerte sich das mediane Gesamtüberleben, also der Zeitpunkt, an dem die Hälfte der Behandelten noch am Leben war, von 28 Monaten um gut sechs Monate auf 34,9 Monate. Signifikant war der Effekt, den Palbociclib auf das Gesamtüberleben hatte, bei den Patientinnen, die schon zuvor sensibel auf die antihormonelle Therapie angesprochen hatten. Bei ihnen verbesserte sich das mediane Gesamtüberleben von 29,7 Monaten unter Fulvestrant und Placebo um zehn Monate auf 39,7 Monate unter Fulvestrant und Palbociclib.

Wenn Patientinnen mit fortgeschrittenem hormonempfindlichem, HER2-negativem Brustkrebs auf eine antihormonelle Therapie ansprechen, die Krankheit nach gewisser Zeit aber dennoch weiter voranschreitet oder wiederkehrt, lohnt es offenbar, zur antiöstrogenen Therapie noch den CDK4/6-Hemmer Palbociclib hinzuzufügen, so das Fazit der Studienautoren. 

Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs, also solcher, der für die wachstumsfördernde Wirkung von weiblichen Geschlechtshormonen empfänglich ist und dadurch angeregt wird, kommt bei Frauen häufig vor. Er wird in der Regel auch von zwei Enzymen begünstigt, die maßgeblich an der Kontrolle des Zellzyklus beteiligt sind und zur Gruppe der Proteinkinasen gehören, den sogenannten Cyclin-abhängigen Kinasen 4 und 6 (CDK4/6). Angeregt durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wird bei hormonempfindlichem Brustkrebs vermehrt Cyclin D1 gebildet, das CDK4 und 6 aktiviert. Werden CDK4/6 hingegen durch Hemmstoffe wie Palbociclib blockiert, verlängern sich die Ruhephasen im Zyklus der Krebszellen. Dadurch wird deren natürlicher Zelltod, die sogenannte Apoptose, eingeleitet, und die Krebszellen sterben ab.

 

Quellen:

Turner N C et al. Overall Survival with Palbociclib and Fulvestrant in Advanced Breast Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Oktober 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1810527

Cristofanilli M et al. LBA2_PR - Overall survival (OS) with palbociclib plus fulvestrant in women with hormone receptor-positive (HR+), human epidermal growth factor receptor 2-negative (HER2−) advanced breast cancer (ABC): Analyses from PALOMA-3. Präsentiert auf dem ESMO 2018, München

Pressemitteilung vom ESMO 2018

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2018 16:42