Die adjuvante antihormonelle Therapie bei Brustkrebs im Frühstadium verstärken

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Durch die zusätzliche Gabe eines CDK4/6-Hemmers kann die Rückfallrate bei Tumoren mit hohem Risiko gesenkt werden.

Auch wenn die meisten Patientinnen mit hormonempfindlichem (Hormonrezeptor-positivem) HER2-negativem Brustkrebs im Frühstadium die Krankheit nach der ersten Therapie überstanden haben, erleben doch bis ein Fünftel von ihnen in den ersten zehn Jahren einen Rückfall - nicht selten sogar mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in anderen Organen. Bei Patientinnen mit Anzeichen für ein erhöhtes Rückfallrisiko lohnt deshalb unter Umständen eine zusätzliche Therapie mit einem sogenannten CDK4/6-Hemmer (Cyclin-abhängige Kinase 4 und 6), die mit der antihormonellen Therapie kombiniert wird. Das ergab die Auswertung der Phase III-Studie monarchE, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift publiziert wurden.

In die Studie wurden 5.637 Patientinnen ab 18 Jahren mit Hormonrezeptor-positivem HER2-negativem Brustkrebs im Frühstadium aufgenommen, die eine Operation, zuvor oder anschließend eine Chemotherapie und/oder anschließend Strahlentherapie erhielten. Bei Patientinnen mit einem erhöhten Rückfallrisiko, etwa bei mehreren befallenen Lymphknoten oder einem größeren Tumor, wurde zudem eine antihormonelle Therapie mit oder ohne Therapie mit einem CDK4/6-Hemmer eingeleitet. 

In der ersten geplanten Zwischenanalyse nach ca. eineinhalb Jahren Therapie zeigte sich unter der Kombination von antihormoneller Therapie und CDK4/6-Hemmer eine höhere krankheitsfreie Überlebensrate als unter der antihormonellen Therapie allein. Auch traten weniger Rückfälle mit Metastasen in anderen Organen auf. Zum Gesamtüberleben konnten in der Zwischenanalyse noch keine aussagekräftigen Ergebnisse erzielt werden.

Obwohl die meisten Patientinnen in dieser Studie unterstützend zur Operation Strahlentherapie und/oder Chemotherapie erhalten hatten, wiesen in der Kontrollgruppe die Patientinnen, die Anzeichen für ein hohes Rückfallrisiko zeigten, mit rund elf Prozent eine hohe Rückfallrate auf. Durch die Zugabe des CDK4/6-Hemmers zur antihormonellen Therapie konnte dieses Risiko im Vergleich zur alleinigen antihormonellen Therapie um ein Viertel gesenkt werden. Dies sei nach Ansicht der Studienautoren eine klinisch bedeutende Verbesserung der Prognose.

 

Quelle:

Johnston SRD et al. Abemaciclib Combined With Endocrine Therapy for the Adjuvant Treatment of HR1, HER22, Node-Positive, High-Risk, Early Breast Cancer (monarchE). Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. September 2020, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.20.02514

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 16:41