Diagnose beim multiplen Myelom

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Die Magnetresonanztomografie (MRT) wird von Experten als Standardmethode empfohlen

Lange Zeit galt das Ganzkörper-Röntgen als die Methode der Wahl, um beim multiplen Myelom eine gründliche Diagnose zu stellen, aus der sich eine geeignete Therapiestrategie ableiten lässt. Auch die Computertomografie (CT), ebenfalls eine Methode, die Röntgenstrahlung verwendet, wird oft eingesetzt. Nun änderte die International Myeloma Working Group ihre Empfehlungen: Demnach sollte heutzutage die Magnetresonanztomografie (MRT) die Standardmethode sein, um bösartige und nicht-bösartige Wirbelkörperbrüche voneinander abgrenzen und schmerzhafte Rückenmarksschäden einordnen zu können.

An den neuen Empfehlungen arbeitete ein interdisziplinäres Gremium klinischer Experten für das multiple Myelom. Darin wird die im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren hohe Empfindlichkeit des MRTs hervorgehoben, mit der sich schon früh ein Befall des Knochenmarks durch Myelomzellen nachweisen lasse. Auch eine Knochenbeteiligung könne durch das MRT schon sehr früh erkannt werden. Dadurch müsse nicht auf die typischen Myelom-bedingten Knochenschäden „gewartet“ werden, die sich im Röntgenbild unter Strahlenbelastung darstellen. Zudem ließen sich mit der MRT schmerzhafte Läsionen in der Wirbelsäule und Einklemmungen von Nerven erkennen, bei osteoporotisch bedingten Wirbelkörperfrakturen könnten gut- und bösartige Formen voneinander abgegrenzt werden.

Egal ob schwelendes oder asymptomatisches Myelom - für alle Patienten sei eine Ganzkörper-MRT-Untersuchung zu empfehlen. Tritt dabei mehr als eine Läsion mit einem Durchmesser von > 5 mm auf, sollte die Krankheit als symptomatisch eingestuft und eine entsprechende Therapie begonnen werden. Bei kleinen Läsionen sei eine zweite MRT nach drei bis sechs Monaten zu empfehlen. Hat sich das Myelom verschlechtert, müsse die Krankheit wiederum als symptomatisch eingestuft werden, mit den entsprechenden therapeutischen Konsequenzen.

Eine MRT-Untersuchung bei Patienten mit Beschwerden und nach einer Therapie (meist nach autologer Stammzelltransplantation) habe in erster Linie prognostischen Aussagewert, auch wenn sich daraus derzeit keine Therapieentscheidungen ableiten ließen.

 

Quelle:

Dimopoulos, M. A. et al.: Role of Magnetic Resonance Imaging in the Management of Patients With Multiple Myeloma: A Consensus Statement. Journal of Clinical Oncology 2015, 33(6):657-664

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.09.2017 22:05