Diabetes mellitus Typ 2 als Risikofaktor für Krebs

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In einer Überblicksstudie wird ein ursächlicher Zusammenhang von Insulin- und Blutzuckerspiegeln und der Häufigkeit von Krebserkrankungen bestätigt.

Diabetes mellitus Typ 2, der sogenannte Altersdiabetes, der allerdings zunehmend auch bei jüngeren Personen auftritt, ist ein Risikofaktor für diverse Krebserkrankungen. Das bestätigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

In dem Review wurden mehrere Meta-Analysen unter die Lupe genommen, die jeweils mehrere Beobachtungsstudien zusammengefasst hatten. Insgesamt wurden dabei 18 Krebsarten bezüglich des Zusammenhangs ihrer Häufigkeit und dem Vorliegen von Diabetes mellitus sowie sieben Krebsarten hinsichtlich der Sterblichkeit und dem Vorkommen von Diabetes mellitus beleuchtet. Bei vier Krebsarten standen beide Aspekte – Häufigkeit und Sterberate – im Fokus. 

Sechs Krebsarten kamen bei Personen mit Diabetes mellitus Typ 2 häufiger vor: Darmkrebs, Leberkrebs, Gallenblasenkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterkörperkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Und auch für die Höhe der Insulinkonzentration im Blut im Nüchternzustand, also vor dem Essen, und einigen Krebsarten konnte ein Zusammenhang festgestellt werden. Dies betraf Gebärmutterkörperkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

Diabetes mellitus Typ 2 wird darauf zurückgeführt, dass infolge häufig oder dauerhaft hoher Blutzuckerspiegel regelmäßig viel Insulin vom Körper ausgeschüttet werden muss. Dies führt langfristig dazu, dass die Körperzellen immer unempfindlicher gegenüber der Wirkung des Insulins werden und schließlich kaum noch darauf reagieren. Eine sogenannte Insulinresistenz hat sich dann herausgebildet. Die Bauchspeicheldrüse kann dies eine Zeitlang noch ausgleichen, indem sie immer mehr Insulin produziert. Irgendwann jedoch stößt sie an ihre funktionalen Grenzen, und das auf natürlichem Wege gebildete Insulin reicht nicht mehr aus, um den Blutzucker auf verträgliche Werte zu senken. Hoher Zuckerkonsum, eine regelmäßig hohe Nahrungszufuhr und wenig körperliche Bewegung begünstigen diese Entwicklung.

 

Quelle:

Pearson-Stuttard J et al. Type 2 diabetes and cancer: an umbrella review of observational and Mendelian randomisation studies. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 18. März 2021, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-20-1245

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 10.05.2021 09:20