Diabetes mellitus nach Schilddrüsenkrebsoperation

Nachricht vom 24.12.2021

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Das Risiko ist erhöht, wenn die Schilddrüse entfernt werden muss.

Wenn die Schilddrüse wegen einer Krebserkrankung entfernt werden muss und die Patienten anschließend Schilddrüsenhormon zum Ausgleich des Mangels einnehmen, besteht in der Folge ein erhöhtes Risiko dafür, dass sich ein Diabetes mellitus Typ 2 („Zuckerkrankheit“) entwickelt. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

In der rückblickenden Analyse werteten die Forscher die Daten von 36.377 Patienten mit Schilddrüsenkrebs aus, die sich einer Operation unterzogen hatten. Bei der Operation wurde die Schilddrüse samt Tumor entfernt. Vor dem Eingriff war keine Erkrankung an Diabetes mellitus bekannt.

Im Vergleich zu gleichaltrigen Kontrollpersonen ohne Schilddrüsenoperation hatten die Krebspatienten ein erhöhtes Risiko, in der Folge Diabetes mellitus Typ 2, den sogenannten Altersdiabetes, zu entwickeln. Außerdem war das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 bei niedrigen und bei hohen Dosen von Schilddrüsenhormon erhöht, die nach der Operation zum Ausgleich des Hormonmangels eingenommen werden mussten. 

Somit gebe es eine dosisabhängige Risikoerhöhung, schlussfolgerten die Studienautoren. Patienten mit Schilddrüsenkrebs sollten das erhöhte Risiko für Diabetes kennen und durch eine gesunde Ernährung und viel körperliche Bewegung gegensteuern. 

 

Quelle:

Roh E et al. Increased Risk of Type 2 Diabetes in Patients With Thyroid Cancer After Thyroidectomy: A Nationwide Cohort Study. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Onlinevorabveröffentlichung am 28. Oktober 2021, dgab776, https://doi.org/10.1210/clinem/dgab776

 

(KvK)

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