Der Infektion mit krebserregenden HPV vorbeugen

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HPV sind die häufigsten sexuell übertragbaren Viren. Sie können zahlreiche Krebsarten, darunter Gebärmutterhalskrebs, hervorrufen. Eine Impfung schützt vor der Ansteckung.

Die häufigsten sexuell übertragbaren Viren weltweit sind humane Papillomviren, kurz HPV. Einige Typen verursachen Genitalwarzen, andere wiederum bösartige Tumoren. Doch man kann sich vor der Infektion schützen – nicht nur mit Kondomen beim Sex, sondern auch mit einer Impfung. Darauf verweist ein zusammenfassender Artikel in der Fachzeitschrift hautnah dermatologie.

Infektionen mit krebserregenden HPV sind die häufigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 4.000 Frauen wegen einer solchen Infektion an dieser Tumorart. Die Viren sind weitverbreitet, in vielen Fällen verursachen sie keinerlei Erkrankungen oder Beschwerden. Doch können sie die Entstehung nicht nur von Gebärmutterhalskrebs, sondern auch von anderen Krebsarten im Anogenitalbereich wie Vulvakrebs, Peniskrebs oder Analkrebs begünstigen. Und sie können auch Krebs im Mundrachenraum auslösen. Die beiden wichtigsten HP-Typen hinsichtlich der Entstehung von Krebs sind HPV 16 und 18. 

HPV werden vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen. Durch die Anwendung von Kondomen beim Sex sinkt das Risiko für eine Ansteckung mit HPV um etwa 60 bis 70 Prozent. Bei der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchung mit Pap-Abstrich können die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs erkannt werden. In leichten Fällen reicht es dann, die Infektion mit den Viren zu bekämpfen, in fortgeschritteneren Fällen wird die Krebsvorstufe etwa durch Konisation entfernt. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass sich aus den Vorstufen tatsächlich Krebs entwickelt.

Um die Ansteckungsgefahr an sich zu reduzieren, kann eine Impfung gegen die wichtigsten HPV-Typen durchgeführt werden. Empfohlen wird die Impfung für alle Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren und mittlerweile auch für Jungen eben dieses Alters. Bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres wird zweimal im Abstand von sechs Monaten geimpft, bei Älteren sind drei Impfungen erforderlich. Untersuchungen haben gezeigt, dass infolge der Impfung die Häufigkeit von HPV-Infektionen bei jungen Menschen deutlich zurückging. Auch die Häufigkeit von Krebsvorstufen im Gebärmutterhalsbereich sank bei Geimpften erheblich. Gleichzeitig hat sich die Impfung gegen HPV als gut verträglich und sicher erwiesen. So liegt beispielsweise das Risiko für eine akute allergische Reaktion (Anaphylaxie) auf die Impfung bei 1,7 pro 1 Million Dosen.

 

Quelle:

Heller-Vitouch C et al. Humane Papillomviren. Diagnose, Therapie und Prophylaxe. hautnah dermatologie 2020, 36(2):26-9

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 19.10.2020 22:38