Der erste monoklonale Antikörper beim multiplen Myelom

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Ein Wirkstoff, der die Immunantwort gegen Myelomzellen ankurbelt, darf in den USA bereits eingesetzt werden.

In den USA ist seit Ende 2015 für die Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom, die bereits mehrere vergebliche Therapien hinter sich haben, der monoklonale Antikörper Elotuzumab zugelassen – auch für Europa wird die Zulassung erwartet. Welche Behandlungserfolge lassen sich damit erzielen? Dem geht ein zusammenfassender Bericht in der Fachzeitschrift Drugs nach.

Der IgG1-Antikörper Elotuzumab bindet sich an ein Molekül (SLAMF7), das auf Myelomzellen und natürlichen Killerzellen des Immunsystems gebildet wird. Durch diese Bindung wird die natürliche Immunabwehr aktiviert, die die Krebszellen bekämpft. In Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason kann Elotuzumab bei Patienten mit einem multiplen Myelom, das sich als widerstandsfähig gegenüber anderen Therapien erweist oder nach zunächst erfolgreicher Therapie zurückkehrt, die Zeit bis zum weiteren Voranschreiten der Krankheit und die Ansprechrate erhöhen. Dies zeigte sich in einer klinischen Phase III-Studie, in der bei dieser Therapie die Krankheit nach zwei Jahren bei noch immer 41 Prozent der Patient stillstand (verglichen mit 27 Prozent bei Lenalidomid und Dexamethason allein). Häufigere Nebenwirkungen bei der Therapie mit Elotuzumab waren zum Beispiel Fatigue, Durchfall, Fieber, Verstopfung, Nervenschädigungen (periphere Neuropathie), Gewichtsverlust und verminderter Appetit.

In derzeit laufenden Studien untersuchen Wissenschaftler nun, ob der Antikörper Elotuzumab in Kombination mit anderen Wirkstoffen auch bei zuvor unbehandelten Patienten mit multiplem Myelom wirkungsvoll ist.

 

Quelle:

Markham, A.: Elotuzumab: First Global Approval. Drugs 2016, 76:397-403

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 21:09