Den Wächterlymphknoten befragen

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Schon einzelne Tumorzellen im Wächterlymphknoten können bei Darmkrebs im Stadium I oder II die Prognose verschlechtern.

Die Frage, ob Lymphknoten beteiligt sind oder nicht, hat bei Darmkrebs (Kolonkarzinom) einen entscheidenden Einfluss auf die Prognose der Erkrankung. Dies bestätigte sich in einer Untersuchung, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift BMC Cancer veröffentlicht wurden.

An der Studie nahmen 74 Patienten mit Darmkrebs im Stadium I oder II teil. Es wurde untersucht, ob sich bei ihnen im Wächterlymphknoten (auch Sentinellymphknoten genannt) einzelne, sogenannte isolierte Tumorzellen fanden oder nicht. Beim Wächterlymphknoten handelt es sich um den Lymphknoten, der dem Tumor am nächsten gelegen ist.

Bei knapp einem Drittel der Patienten fanden sich im Wächterlymphknoten tatsächlich isolierte Tumorzellen. Der positive Befund solcher Zellen war mit einem schlechteren krankheitsfreien und schlechteren Gesamtüberleben verbunden.

Nach Ansicht der Studienautoren solle die Anwesenheit von isolierten Tumorzellen im Wächterlymphknoten bei Darmkrebs im Stadium I und II als eigenständiger Risikofaktor berücksichtigt werden. Die Betroffenen könnten womöglich von einer die Operation unterstützenden, sogenannten adjuvanten Chemotherapie profitieren.

 

Quelle:

Weixler, B. et al.: Isolated tumor cells in stage I & II colon cancer patients are associated with significantly worse disease-free and overall survival. BMC Cancer2016 16:106; DOI: 10.1186/s12885-016-2130-7 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.09.2017 14:22