Den Tumor dreifach angreifen

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Drei Therapien sind bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs, der noch nicht in andere Organe gestreut hat, offenbar von Vorteil.

Eine intensive Therapie mit drei unterschiedlichen Verfahren, nämlich einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie gefolgt von einer Operation, kann Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre (Stadium IIIA-C) Überlebensvorteile verschaffen. Hierbei handelt es sich um Tumoren, die zwar lokal weit fortgeschritten sind, sich aber noch nicht mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet haben. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie erschienen in der Fachzeitschrift Cancer.

Für die Studie wurden mehr als 3.500 Patienten rekrutiert, die an Speiseröhrenkrebs erkrankt waren. Sie wurden entweder nur operiert (Gruppe 1), erhielten eine Chemostrahlentherapie gefolgt von einer Operation (Gruppe 2) oder wurden mit alleiniger Chemostrahlentherapie (Gruppe 3) behandelt. Eine Chemostrahlentherapie, die vor der Operation durchgeführt wird, wird als „neoadjuvant“ bezeichnet – sie soll die Ausgangslage für die Operation verbessern und den Tumor so stark wie möglich verkleinern.

In den fortgeschrittenen Tumorstadien IIIA bis IIIC profitierten die Patienten, die eine adjuvante Chemostrahlentherapie und Operation erhalten hatten, im Vergleich zur alleinigen Operation erheblich. Für die Patienten, die allein mit Chemostrahlentherapie behandelt worden waren, galt dies nicht. In der Analyse zeigte sich, dass die alleinige Chemostrahlentherapie neben einem höheren Tumorstadium, vielen Begleiterkrankungen, einem früheren Jahr bei der Diagnosestellung, Alkoholkonsum und Zigarettenrauchen ein unabhängiger Faktor für eine ungünstige Prognose war.

Bei Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre sei die adjuvante Chemostrahlentherapie gefolgt von der Operation insbesondere in den Krankheitsstadien IIIA-C eine gute Alternative zur alleinigen Operation, so die Interpretation der Studienautoren. 

 

Quelle:

Lin, W.-C. et al.: Value and application of trimodality therapy or definitive concurrent chemoradiotherapy in thoracic esophageal squamous cell carcinoma. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Juni 2017, DOI: 10.1002/cncr.30823

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.10.2017 21:58