Den Thymus bestrahlen

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Eine Bestrahlung von Thymuskrebs nach der Operation kann in bestimmten Stadien die krankheitsfreie Zeit verlängern

Eine seltene Krebsart sind bösartige Tumoren des Thymus, sogenannte Thymome und Thymuskarzinome. Sie können operiert und anschließend bestrahlt werden, wobei sie offenbar unterschiedlich gut auf die Strahlentherapie reagieren, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

Der Thymus liegt unmittelbar hinter dem Brustbein. Im Kindesalter ist er an der Ausbildung des Immunsystems beteiligt, in ihm reifen sogenannte T-Lymphozyten für die Immunabwehr heran. Im Erwachsenenalter bildet sich der Thymus nach und nach zurück, sodass nur noch ein Rest von ihm übrigbleibt. Aus diesem Rest kann ein Tumor entstehen – drei Viertel dieser Tumoren sind gutartig, das übrige Viertel ist bösartig. Thymustumoren können in jedem Lebensalter vorkommen, am häufigsten sind sie zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

An der aktuellen Studie nahmen mehr als 1.200 Patienten teil, von denen rund 12 Prozent an einem Karzinom litten, die übrigen an einem Thymom. Bei allen befand sich der Tumor im Stadium II oder III. Rund ein Drittel der Teilnehmer erhielt nach der Operation eine Strahlentherapie. Dadurch verbesserte sich bei Patienten mit Thymuskarzinom das krankheitsfreie Überleben, jedoch nicht das Gesamtüberleben. Bei Patienten mit Thymom hatte die Strahlentherapie keinerlei Auswirkungen auf das krankheitsfreie Überleben oder das Gesamtüberleben.

Offenbar könne die Strahlentherapie nach der Operation bei Thymuskarzinomen im Stadium II und III das krankheitsfreie Überleben verbessern, wenn auch nicht das Gesamtüberleben, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Bei Thymomen in diesem Stadium konnte kein Überlebensvorteil beobachtet werden.

 

Quelle:

Omasa, M. et al.: Postoperative radiotherapy is effective for thymic carcinoma but not for thymoma in stage II and III thymic epithelial tumors: The Japanese Association for Research on the Thymus Database Study. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Januar 2014, DOI: 10.1002/cncr.29166

(kvk)

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    Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21