Den Lungenmetastasen ordentlich einheizen

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Lungenmetastasen können durch Wärmestrahlung zerstört werden. Die sogenannte Radiofrequenzablation erwies sich bei verschiedenen Krebsarten als effizient und sicher.

Die Radiofrequenzablation, bei der kleine Tumoren mithilfe von Wärmestrahlung zerstört werden, eignet sich offenbar gut zur Behandlung kleiner Metastasen, die sich aus anderen Organen kommend in der Lunge festgesetzt haben. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Annals of Oncology veröffentlicht wurden.

Die Radiofrequenzablation erzeugt in eng abgegrenzten Arealen mit hochfrequentem elektrischem Strom Hitze, wodurch das Gewebe zerstört wird. Sie ist im Vergleich zur Operation ein kleiner Eingriff und zählt zu den sogenannten minimal invasiven Verfahren. In der Studie untersuchten die Forscher, wie sicher und effizient die Methode bei Patienten mit Lungenmetastasen ist. Es handelte sich dabei um Tochtergeschwülste von Krebs des Dick- und Enddarms und der Nieren sowie Weichteiltumoren. Die Anzahl der Lungenmetastasen variierte jeweils von Patient zu Patient, bei den meisten war nur eine Lunge betroffen, bei den übrigen beide. Die Radiofrequenzablation wurde unter Narkose und CT-Kontrolle durchgeführt.

62 Monate nach der Diagnose war die Hälfte der Patienten noch am Leben. Bei vier von zehn Patienten ließ sich die Krankheit auch nach vier Jahren noch lokal gut kontrollieren. Bis zu viermal konnte die Therapie wiederholt werden, ohne ernsthafte Schäden an der Lunge befürchten zu müssen. Als besonders effizient erwies sich die Radiofrequenzablation bei Metastasen von zwei bis drei Zentimetern Größe. Ungünstig war es, wenn Rückfälle an genau der Stelle auftraten, an der die Behandlung durchgeführt worden war.

Nach Ansicht der Studienautoren sei die Radiofrequenzablation vor allem für die Behandlung kleiner Lungenmetastasen gut geeignet. Sie stünde in puncto Gesamtüberleben der Operation von Lungenmetastasen in nichts nach, sei für die Patienten jedoch erheblich weniger belastend.

 

Quelle:

de Baère, T. et al.: Radiofrequency ablation is a valid treatment option for lung metastases: Experience in 566 patients with 1037 metastases. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Februar 2015

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.07.2017 21:10