Dauer der adjuvanten Chemotherapie bei Dickdarmkrebs

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Bei einer dreimonatigen Therapiedauer sind offenbar ähnlich gute Ergebnisse zu erwarten wie bei einer sechsmonatigen.

Bei Darmkrebs mit hohem Rückfallrisiko ist eine unterstützende, sogenannte adjuvante platinbasierte Chemotherapie nach der Operation Standard. Ob sie drei oder sechs Monate lang stattfindet, spielt für die Überlebensaussichten offenbar keine Rolle, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Oncology berichteten.

In der TOSCA-Phase III Studie wurden in 130 italienischen Zentren insgesamt 3.759 Patienten mit Hoch-Risiko-Darmkrebs im Stadium II oder III rekrutiert. Bei allen Patienten betraf der Krebs den Dickdarm, das sogenannte Kolon (Kolonkarzinom). Sie erhielten nach der Operation entweder drei oder sechs Monate lang eine platinbasierte adjuvante Chemotherapie.

Die kürzer dauernde Chemotherapie war der längerdauernden nicht unterlegen: Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von rund sieben Jahren waren die Unterschiede im rückfallfreien Überleben und Gesamtüberleben zwischen den beiden Behandlungsgruppen marginal.

Damit, so die Interpretation der Studienautoren, habe sich die dreimonatige adjuvante Chemotherapie der sechsmonatigen nicht als unterlegen erwiesen. Kleineren Überlebensvorteilen, die sich womöglich durch die länger dauernde Therapie einstellten, stehe ein höheres Maß an Toxizität der Behandlung entgegen.

 

Quelle:

Petrelli F et al. Overall survival with 3 or 6 months of adjuvant chemotherapy in Italian TOSCA Phase 3 Randomized Trial. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Oktober 2020, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2020.10.477

 

(KvK)

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