Das Immunsystem bei ALL noch wirksamer und gleichzeitig kontrollierbarer stimulieren

Nachricht vom 24.09.2023

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Mit einer CAR-T-Zelltherapie der dritten Generation wurden bei schwer behandelbaren Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie vielversprechende Ergebnisse erzielt.

Für Patienten mit wiederkehrenden oder gegenüber anderen Therapien widerständigen Krebserkrankungen, darunter akuter lymphatischer Leukämie (ALL), hat die sogenannte CAR-T-Zelltherapie Hoffnung gebracht. Inzwischen gibt es CAR-T-Zellen der dritten Generation, die womöglich noch bessere Behandlungsergebnisse bringen können als die ersten beiden Generationen. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Hematology & Oncology.

Bei CAR-T-Zellen handelt es sich um gentechnische veränderte T-Zellen des Immunsystems, auf denen Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, platziert werden, die gegen bestimmte Oberflächeneiweiße auf den Krebszellen gerichtet sind. CAR ist die Abkürzung für „chimärer Antigenrezeptor“ (chimeric antigen receptor). Wenn die Patienten ihre eigenen, aber mit den Bindungsstellen ausgestatteten T-Zellen zurückerhalten, greifen diese die Tumorzellen an und bekämpfen sie. Auf diese Weise wird das körpereigene Immunsystem gegen den Krebs aktiviert.

In der Studie wurden Patienten mit einer ALL, die auf andere Therapien nicht ansprach oder nach geraumer Zeit wiederkehrte, mit einer CAR-T-Zelltherapie der dritten Generation behandelt. Solche CAR-T-Zellen der dritten Generation zeichnen sich dadurch aus, dass sie von den Empfängern besser angenommen werden, sich stärker ausbreiten und länger überleben. Dies bestätigte sich auch in der vorliegenden Studie. Das Ansprechen auf die Therapie war gut, bei einigen Patienten sogar so gut, dass keine minimale Restkrankheit mehr nachweisbar war. Außerdem traten die ansonsten bei CAR-T-Zelltherapien gefürchteten starken Nebenwirkungen, bei denen Botenstoffe des Immunsystems plötzlich im Übermaß und unkontrollierbar freigesetzt werden und akute Entzündungen hervorrufen, nicht auf.

Dies, so die Studienautoren, deute auf einen womöglich guten Nutzen der CAR-T-Zelltherapie der dritten Generation für Patienten mit wiederkehrender oder nicht ansprechender ALL hin: Eine vielversprechende Wirksamkeit verbunden mit einer besseren Verträglichkeit könnte die Therapie für die Patienten noch attraktiver machen.

 

Quelle:

Schubert M-L et al. Treatment of adult ALL patients with third‑generation CD19‑directed CAR T cells: results of a pivotal trial. Journal of Hematology & Oncology 2023, 16:79. https://doi.org/10.1186/s13045-023-01470-0

 

(kvk)

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