Darmspiegelung: Nur wenige Komplikationen

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In einer Studie im Saarland war die Komplikationsrate während und nach der Darmspiegelung zur Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs gering.

Die Darmspiegelung (Koloskopie) gilt als echte Vorsorgeuntersuchung, weil damit bereits die Vorstufen von Darmkrebs erkannt und beseitigt werden können, sodass sich die Krankheit gar nicht erst entwickeln kann. Jedoch fürchtet sich so mancher vor eventuellen Komplikationen des Eingriffs, bei dem ein Schlauch mit Spiegel über den After in den Darm eingeführt und dort vorsichtig vorgeschoben wird, um die Schleimhaut zu begutachten. Die Auswertung einer Studie aus dem Saarland bringt in diesem Punkt positive Nachrichten: Offenbar, so der Bericht im Deutschen Ärzteblatt, ist das Risiko für Komplikationen gering.

5.527 Teilnehmer in 26 Arztpraxen wurden erfasst, von denen 5.252 Patienten, davon gut die Hälfte Frauen, den Fragebogen zu Komplikationen vollständig ausfüllten. Alle hatten im Zeitraum 2010 bis 2013 eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs durchführen lassen und wurden drei Monate später zum Verlauf und eventuellen Komplikationen befragt. Auch die Berichte zur Untersuchung selbst und Berichte der behandelnden Ärzte über Komplikationen nach der Darmspiegelung wurden in die Analyse einbezogen.

Während oder innerhalb von vier Wochen nach der Darmspiegelung traten 16 Blutungen (0,3 Prozent) und vier Darmdurchbrüche (Perforationen; 0,08 Prozent) auf, die auch von ärztlicher Seite bestätigt wurden. Acht der 20 Komplikationen, darunter zwei der vier Perforationen, traten nicht während, sondern erst in den vier Wochen nach der Untersuchung auf. Nötig waren fünf Krankenhauseinweisungen (0,95 Prozent) aufgrund von Blutungen und zwei Krankenhauseinweisungen (0,04 Prozent) aufgrund von Perforationen. Drei Teilnehmer verstarben innerhalb von drei Monaten nach der Darmspiegelung, wobei in keinem der Fälle ein Zusammenhang mit der Untersuchung zu erkennen war.

Die 20 Komplikationsfälle traten ausschließlich bei Patienten auf, bei denen während der Untersuchung Vorstufen von Darmkrebs oder Darmkrebs selbst (18 Fälle) oder anderweitige Polypen (zwei Fälle) festgestellt wurden. Bei den Teilnehmern ohne Komplikationen hingegen wurden in erheblich seltenerem Maße fortgeschrittene Darmkrebsvorstufen oder Darmkrebs entdeckt. Dies, so die Studienautoren, lasse darauf schließen, dass die Komplikationen weniger durch die Darmspiegelung an sich, als vielmehr infolge der Entfernung der Polypen zustande kamen.

Nach Ansicht der Studienautoren bestehe offenbar nur ein geringes Risiko, bei der Darmspiegelung zur Vorsorge von Darmkrebs eine Komplikation zu erleiden – vorausgesetzt, sie wird von einem erfahrenen Arzt durchgeführt.

 

Quelle:

Zwink, N. et al. Komplikationsrate der Vorsorgekoloskopie im Krebsfrüherkennungsprogramm. Prospektive Kohortenstudie zu Komplikationen während der Untersuchung und in den folgenden vier Wochen. Deutsches Ärzteblatt 2017, 114(18):321-328

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19