Darmspiegelung nach positivem Stuhltest

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Zu lange sollte nach einem positiven Stuhltest mit der abklärenden Koloskopie nicht gewartet werden, um kein erhöhtes Risiko für Darmkrebs oder sogar fortgeschrittenen Darmkrebs einzugehen. 

Stellt sich beim Test auf verdecktes Blut im Stuhl mithilfe eines immunchemischen Stuhltests (Fecal Immunochemical Test, FIT) ein positiver Befund heraus, wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen, um abzuklären, ob sich ein bösartiger Tumor dahinter verbirgt. Zwischen diesen beiden Untersuchungen sollte nicht allzuviel Zeit verstreichen, wie sich jetzt in einer Studie herausstellte, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurden.

In der Studie wurden die Daten von 70.124 Patienten im Alter von 50 bis 70 Jahren, darunter 53 Prozent Männern, ausgewertet, die einen positiven Befund im FIT auf Blut im Stuhl erhalten hatten und sich einer nachfolgenden Darmspiegelung unterzogen. Bei 2.191 Patienten wurde in der Untersuchung Darmkrebs festgestellt, in 601 Fällen fortgeschrittener Darmkrebs. 

Bis zu zehn Monate konnte die Darmspiegelung hinausgezögert werden, ohne dass die Entwicklung fortgeschrittener Tumorstadien befürchtet werden musste: Es waren keine Unterschiede in der Häufigkeit von Darmkrebs allgemein noch von fortgeschrittenen Krankheitsstadien festzustellen, wenn die Darmspiegelung innerhalb von acht bis 30 Tagen oder innerhalb von zwei Monaten, drei Monaten, vier bis sechs Monaten oder sieben bis neun Monaten nach dem FIT durchgeführt wurde. Jedoch stieg das Risiko für Darmkrebs allgemein um das Eineinhalbfache und das Risiko für fortgeschrittenen Darmkrebs um das Zweifache an, wenn zehn bis zwölf Monate seit dem Test auf verdecktes Blut im Stuhl vergangen waren. Nach zwölf Monaten nahmen beide Risiken noch einmal zu (zweifach und dreifach erhöhtes Risiko.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, sollten sich Patienten, bei denen im immunchemischen Stuhltest Blut im Stuhl nachgewiesen wird, innerhalb von zehn Monaten einer Darmspiegelung unterziehen. Bei dieser Untersuchung können Darmkrebs und seine Vorstufen entdeckt werden. Schleimhautpolypen, aus denen sich Darmkrebs oft entwickelt, lassen sich bei der Darmspiegelung gleich entfernen, weshalb es sich bei der Untersuchung um eine echte Vorsorgeuntersuchung handelt.

 

Quelle:

Corley DA et al. Association Between Time to Colonoscopy After a Positive Fecal Test Result and Risk of Colorectal Cancer and Cancer Stage at Diagnosis. JAMA 2017,317(16):1631-41

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 09:43