Darmkrebsscreening: Stuhltest offenbar wenig fehleranfällig

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Die immunologischen Tests auf verborgenes Blut im Stuhl sind wohl relativ robust, selbst wenn bei der Entnahme des Testmaterials Fehler passieren.

Die verschiedenen quantitativen immunologischen Tests (iFOBT) auf verdecktes Blut im Stuhl, können zuverlässig auf Darmerkrankungen, darunter auch Darmkrebs hinweisen, das hat sich in der Vergangenheit erwiesen. Mehrere Tests sind auf dem Markt erhältlich, mit unterschiedlichen Anweisungen für die Stuhlentnahme. Nicht immer werden diese Anweisungen exakt befolgt. Doch Wissenschaftler gaben jetzt in der Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology Entwarnung: Die Tests sind vergleichsweise robust gegenüber Fehlern und zeigen trotzdem das jeweils richtige Ergebnis an.

Die Forscher untersuchten Stuhlproben von 76 Patienten, die sich an vier Kliniken in Deutschland einer Darmkrebsoperation unterzogen, und 100 Personen, die am Darmkrebsscreeningprogramm inklusive Darmspiegelung teilgenommen hatten und bei denen kein Darmkrebsbefund vorlag. Die Stuhlproben waren mit verschiedenen iFOBTs untersucht worden, zum Teil war es bei der Stuhlentnahme für die Probe zu Fehlern gekommen, etwa, dass das Entnahmestäbchen nur einmal statt wie vorgeschrieben mehrfach in den Stuhl eingestochen worden war oder nicht immer war genügend Stuhl aufgenommen worden. 

Wenn zu wenig Stuhl aufgenommen worden war, lag der ermittelte Wert verdeckten Blutes unter dem tatsächlichen, war zu viel Stuhl in der Probe, war der Blutwert unter Umständen zu hoch. Doch wirkte sich dieser Fehler kaum auf die Analyse, ob ein krankhafter Befund vorgelegen hatte oder nicht, aus – in den meisten Fällen wurden sowohl die Erkrankungen, als auch die Gesunden korrekt ermittelt. Dies zeige, dass die iFOBTs relativ wenig fehleranfällig seien, so die Interpretation der Studienautoren. 

Allerdings sei dies nicht als Freibrief für einen laxen Umgang mit dem Testmaterial zu verstehen. Um mit Sicherheit das richtige Testergebnis zu erhalten, sollten die Anweisungen möglichst exakt eingehalten werden. Bei den immunologischen Tests werden Antikörper auf die Stuhlprobe gegeben, die sich, wenn der Blutfarbstoff Hämoglobin vorhanden ist, daran binden und das Testpapier färben. Der Vorteil ist, dass diese Antikörper tatsächlich nur menschliches Blut nachweisen, wodurch die Nachweiskraft des Testverfahrens höher wird. Eine größere Menge Blut im Stuhl deutet auf das Vorhandensein eines bösartigen Tumors im Darm hin.

Vom 50. Lebensjahr an kann jeder gesetzlich Versicherte in Deutschland einmal pro Jahr einen Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs auf Kosten der Krankenkasse durchführen. Ab dem 55. Lebensjahr besteht Anspruch auf zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von mindestens zehn Jahren oder weitere Stuhltests alle zwei Jahre. Stellt sich beim Stuhltest ein positiver Befund heraus, wird zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung empfohlen.

 

Quelle:

Gies A et al. Effect of Imperfect Compliance With Instructions for Fecal Sample Collection on Diagnostic Performance of 9 Fecal Immunochemical Tests. Clinical Gastroenterology and Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. März 2019

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.07.2019 21:37