Darmkrebsscreening senkt die Sterblichkeit an der Erkrankung

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Dies gilt für die in Europa untersuchten Regionen in gleicher Weise.

Das Früherkennungsscreening auf Darmkrebs, das in den letzten Jahrzehnten in vielen Ländern Europas eingeführt wurde, hat dazu geführt, dass die Sterberaten an der Erkrankung deutlich gesunken sind. Dies zeigen die Ergebnisse einer systematischen Analyse von insgesamt 18 Studien, die in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer veröffentlicht wurden. Die Ergebnisse fallen eindeutig aus, obwohl die vermutlich effizienteste Methode zur Früherkennung und vor allem Vorbeugung von Darmkrebs, die Darmspiegelung oder Koloskopie, in den untersuchten Studien von der Häufigkeit her nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Etwa jede achte Krebsdiagnose, die in Deutschland gestellt wird, betrifft den Dickdarm (Kolon) oder Enddarm (Rektum). Einer von 17 Männern und eine von 20 Frauen erkrankt hierzulande im Laufe ihres Lebens an Dickdarmkrebs. Damit steht die Erkrankung unter allen Krebsarten bei Frauen nach Brustkrebs an zweiter Stelle, bei Männern nach Prostata- und Lungenkrebs an dritter Stelle – und bei beiden Geschlechtern ist sie die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. 

In der zusammenfassenden Untersuchung wurden 18 Studien ausgewertet, von denen elf die Methode zur Untersuchung von verborgenem Blut im Stuhl, vier die Spiegelung des letzten Dickdarmabschnitts (flexible Sigmoidoskopie), zwei den immunologischen Test auf verborgenes Blut im Stuhl und eine die Koloskopie im Mittelpunkt hatten. Die Studien nahmen Länder in Nord-, West- und Südeuropa in den Blick.

Wie sich zeigte, waren die Sterberaten an Darmkrebs bei Personen, die zum Screening eingeladen worden waren, deutlich reduziert, die Reduktion reichte von acht bis 16 Prozent beim herkömmlichen Test auf verborgenes Blut im Stuhl und 21 bis 30 Prozent bei der flexiblen Sigmoidoskopie. Dies galt für die verschiedenen untersuchten Regionen innerhalb Europas in gleicher Weise. 

Daten zur Koloskopie lagen nur aus einer einzigen Studie aus der Schweiz vor. Bei dieser Methode wird der gesamte Dickdarm einer Spiegelung unterzogen. Wird dabei ein verdächtiger Herd als Krebsvorstufe, sogenanntes Adenom identifiziert, kann er sofort noch während der Untersuchung entfernt werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich Dickdarmkrebs überhaupt erst entwickeln kann. Damit ist die Koloskopie eine echte Vorbeugungsuntersuchung. Dies spiegelte sich auch in den Ergebnissen der Schweizer Studie wider: Die Sterberate an Darmkrebs sank bei Personen, die sich dem Screening mittels Koloskopie unterzogen, um 88 Prozent.

In Deutschland beginnt das Früherkennungsscreening auf Darmkrebs ab dem 50. Lebensjahr. Gesetzlich Versicherte können von diesem Alter an einmal jährlich einen herkömmlichen oder immunologischen Test auf verborgenes Blut im Stuhl durchführen lassen, ab 55 Jahren dann einmal in zwei Jahren. Ab dem 55. Lebensjahr werden alternativ von den Krankenkassen im Abstand von mindestens zehn Jahren zwei Koloskopien bezahlt.

 

Quelle:

Gini A et al. Impact of colorectal cancer screening on cancer-specific mortality in Europe: A systematic review. European Journal of Cancer 2020, https://doi.org/10.1016/j.ejca.2019.12.014

 

(KvK) 

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49