Darmkrebsscreening bei familiärem Risiko schon früher starten

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Wenn familiär bedingt ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht, könnte ein früherer Beginn des Darmkrebsscreenings zur Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs hilfreich sein.

Personen, in deren engster Familie bereits Erkrankungen an Darmkrebs aufgetreten sind, haben ein erhöhtes familiäres Risiko, selbst daran zu erkranken. Sie sollten einer neuen Untersuchung in der Fachzeitschrift Gastroenterology zufolge deshalb früher mit dem Darmkrebsscreening beginnen als andere.

Das gesetzliche Screening zur Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs beginnt ab dem 50. Lebensjahr. Ab diesem Lebensalter können gesetzlich Versicherte zunächst regelmäßig Tests auf verborgenes Blut im Stuhl durchführen. Vom 55. Lebensjahr an haben sie die Wahl zwischen zwei im Abstand von mindestens zehn Jahren durchgeführten Darmspiegelungen (Koloskopien) oder weiterhin regelmäßigen Stuhltests. Mit der Darmspiegelung lassen sich schon die Vorstufen von Darmkrebs erkennen und auch gleich beseitigen, sodass Krebs gar nicht erst entstehen kann.

Schon länger vermuten Experten, dass bei Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko ein früherer Beginn des Darmkrebsscreenings ratsam wäre, weil die familiär bedingten Darmkrebsfälle anders als Darmkrebs sonst oft schon in jüngeren Jahren auftreten. In der aktuellen Studie nun wurden Daten aus Schweden von insgesamt 12.829.251 Personen ausgewertet, von denen 173.796 an Darmkrebs erkrankten. 

Für die Personen mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko errechneten die Forscher ein Zehn-Jahres-kumulatives Risiko, im Alter von 50 Jahren an Darmkrebs erkrankt zu sein, von 0,44 Prozent. Personen mit familiärer Vorgeschichte an Darmkrebs hingegen erreichten dieses Risiko bereits 3 bis 32 Jahre früher. So erreichte beispielsweise eine Person mit einem Verwandten ersten Grades, der vor dem 45. Lebensjahr an Darmkrebs erkrankt war, dieses Risikoniveau schon 16 Jahre früher.

Die Untersuchung zeige, wie wichtig ein früherer Beginn des Darmkrebsscreenings für bestimmte Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko wäre, so die Studienautoren. Dadurch könnten eventuelle Darmkrebserkrankungen bei ihnen früher, d.h. in einem früheren, möglicherweise noch heilbaren Stadium diagnostiziert werden.

 

Quelle:

Tian Y et al. Calculating Starting Age for Screening in Relatives of Patients With Colorectal Cancer Based on Data From Large Nationwide Datasets. Gastroenterology, Onlinevorabveröffentlichung am 24. März 2020, https://doi.org/10.1053/j.gastro.2020.03.063

 

(KvK)

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