Darmkrebsscreening bei familiärem Darmkrebsrisiko früher beginnen?

Nachricht vom 08.02.2024

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Eine Forschergruppe aus Deutschland stellt einen wesentlichen Nutzen fest, wenn Personen mit Darmkrebsfällen in der engeren Familie schon vor dem 50. Lebensjahr mit dem Screening beginnen.

Ab dem Alter von 50 Jahren können alle gesetzlich Krankenversicherten am Screening zur Früherkennung von Darmkrebs teilnehmen: Männer mit einer Darmspiegelung oder einem Stuhltest, Frauen zunächst mit einem Stuhltest und ab 55 Jahren auch mit einer Darmspiegelung. Wer eine familiäre Vorgeschichte an Darmkrebs mitbringt, profitiert womöglich davon, wenn er dieses Screening schon früher, also vor dem 50. Lebensjahr beginnt. Das zeigen die Daten der FARKOR-Studie aus Deutschland, die in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer veröffentlicht wurden.

Die Forscher analysierten das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Screeningtests mittels Darmspiegelung (Koloskopie) und/oder Immuntest auf verborgenes Blut im Stuhl in unterschiedlichen Lebensaltern. Dabei konzentrierten sie sich auf Personen, in deren Familie bereits Darmkrebs aufgetreten war, die also ein nachweislich erhöhtes familiäres Darmkrebsrisiko mitbrachten. 

Ihren Berechnungen zufolge konnten bei diesen Personen bei einem Screeningbeginn vor dem 50. Lebensjahr mit der Darmspiegelung 32-36 darmkrebsbedingte Todesfälle pro 1.000 Personen verhindert werden, mit dem Immuntest auf verborgenes Blut im Stuhl waren es 29-34 Todesfälle pro 1.000 Personen. Bei Beginn des Screenings ab dem 50. Lebensjahr waren es hingegen nur 29-31 und 28-30 darmkrebsbedingte Todesfälle pro 1.000 Personen.

Die Forscher stellten den durch ein früheres Darmkrebsscreening gewonnenen Lebensjahren eventuelle negative Folgen wie Komplikationen bei der Darmspiegelung, zusätzliche Folgeuntersuchungen und falsch positive Befunde beim Screening gegenüber. Zusammenfassend zeigte sich, dass Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko einen deutlich größeren gesundheitlichen Nutzen haben, wenn sie am Darmkrebsscreening mit einer Darmspiegelung alle zehn Jahre oder einem jährlichen immunologischen Test auf verborgenes Blut im Stuhl im Alter von 30 bis 70 Jahren anstatt erst ab dem 50. Lebensjahr teilnehmen. Entsprechende Empfehlungen sollten nach Ansicht der Studienautoren ausgesprochen werden.

 

Quelle:

Sroczynski G et al. Long-term benefits and harms of early colorectal cancer screening in German individuals with familial cancer risk. International Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 5. Oktober 2024, https://doi.org/10.1002/ijc.34747

 

(KvK)

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