Darmkrebsfrüherkennung: Darmspiegelung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Nachricht vom 05.04.2022

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Zur Früherkennung von Darmkrebs sollten die zeitlichen Abstände zwischen den Darmspiegelungen bei Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung nur wenige Jahre betragen.

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wird ein regelmäßiges Screening zur Vorbeugung und Früherkennung von Dickdarmkrebs empfohlen, um einerseits ihr Risiko für die Erkrankung zu senken und andererseits die Sterblichkeit im Falle einer solchen Erkrankung zu reduzieren. In einer Studie ermittelten Forscher, dass die dafür notwendigen Darmspiegelungen (Koloskopien) im Idealfall alle ein bis drei Jahre durchgeführt werden sollten. Dies lässt sich dem Bericht zur Studie in der Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology entnehmen.

Die Wissenschaftler bewerteten die Daten von Patienten, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung litten und auch an Darmkrebs erkrankten. Von den 566 Patienten hatten mehr als zwei Drittel in den fünf Jahren vor der Darmkrebsdiagnose keine Darmspiegelung erhalten, waren also nicht koloskopiert worden. Rund zehn Prozent hatten eine Darmspiegelung innerhalb des Jahres vor der Darmkrebsdiagnose durchführen lassen, rund 18 Prozent eine Darmspiegelung ein bis drei Jahre vor der Darmkrebsdiagnose und gut drei Prozent drei bis fünf Jahre davor.

Bei den Patienten, bei denen die Darmspiegelung noch nicht so lange, also höchstens ein bis drei Jahre zurücklag, wurde der Darmtumor seltener in einem späten Stadium diagnostiziert als bei den Patienten, bei denen keine Darmspiegelung durchgeführt worden war. Außerdem hatten die Patienten, die im Jahr vor der Darmkrebsdiagnose koloskopiert worden waren, unabhängig davon, welche chronisch-entzündliche Darmerkrankung bei ihnen vorlag und wie lange diese schon bestand, eine geringere Sterblichkeit als die Patienten, die keine Darmspiegelung bekommen hatten.

Mit Darmspiegelungen im Abstand von einem bis drei Jahren könnten bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen offenbar das Risiko für Darmkrebs im Spätstadium und das Sterberisiko gesenkt werden, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Kim H-S et al. Comparative Effectiveness of Surveillance Colonoscopy Intervals on Colorectal Cancer Outcomes in a National Cohort of Patients with Inflammatory Bowel Disease. Clinical Gastroenterology and Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Februar 2022, DOI:https://doi.org/10.1016/j.cgh.2022.02.048

 

(KvK)

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