Darmkrebs: Wann sich der Tumor ins Gehirn ausbreitet

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Lungenmetastasen und ein langer Krankheitsverlauf machen die Ausbreitung ins Gehirn wahrscheinlicher.

Nur selten breitet sich Darmkrebs ins Gehirn aus und bildet dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen. Doch je länger die Krankheit andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie auch das Gehirn erreicht. Dies geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Acta Oncologica hervor.

In der Studie analysierten die Forscher rückblickend die Daten von 480 Darmkrebspatienten, die wegen metastasierter Erkrankung bereits mit einer dritten Therapie behandelt wurden. Zuvor hatten sie nicht oder nicht ausreichend auf zwei Chemotherapien angesprochen, sodass sie nun mit dem Antikörper Cetuximab und dem Chemotherapeutikum Irinotecan behandelt wurden.

Neun Prozent der Patienten entwickelten Hirnmetastasen. Diese Patienten lebten im Durchschnitt vier Monate länger als diejenigen, bei denen keine Hirnmetastasen auftraten. Ein erhöhtes Risiko dafür, Hirnmetastasen zu entwickeln, hatten Patienten, bei denen bereits Metastasen in der Lunge vorlagen. Auch waren mehr Patienten mit Enddarmkrebs sowie Patienten, bei denen mehrere Metastasen zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftraten, betroffen. Die molekularen Eigenschaften des Tumors hingegen, also etwa bestimmte Mutationen wie KRAS, EGFR oder ähnliche, spielten hingegen keine Rolle.

Längere Überlebenszeiten, Enddarmkrebs, mehrere Metastasen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und vor allem bereits bestehende Lungenmetastasen stehen offenbar mit der Ausbreitung von Darmkrebs ins Gehirn in Verbindung – so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Christensen, T. D. et al.: Risk factors for brain metastases in patients with metastatic colorectal cancer. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Februar 2017, http://dx.doi.org/10.1080/0284186X.2017.1290272

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59