Darmkrebs und seine Vorstufen: Welche Rolle spielt das Körpergewicht?

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Jede Gewichtszunahme im Erwachsenenalter bedeutet eine Steigerung des Risikos für Adenome, aus denen sich Darmkrebs entwickeln kann. 

Eine Vorstufe von Darmkrebs ist das sogenannte kolorektale Adenom, aus dem sich mitunter über viele Jahre ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Wie sich nun in einer Überblicksstudie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology herausstellte, nimmt die Wahrscheinlichkeit für die Bildung solcher Darmkrebsvorstufen zu, wenn im Erwachsenenalter das Körpergewicht steigt.

In der Analyse verwendeten die Wissenschaftler Daten aus neun Studien mit 5.507 Personen, in denen der Zusammenhang zwischen einer Gewichtszunahme im Erwachsenenalter und dem Auftreten bzw. Wiederauftreten von Adenomen im Dick- und Enddarm untersucht worden war. Tatsächlich nahm das Risiko für solche Adenome bei einer Steigerung des Körpergewichts im Erwachsenenalter zu, durchschnittlich pro fünf Kilogramm um jeweils sieben Prozent. Auch wenn der Zusammenhang offenbar nicht linear war, galt er doch über den gesamten Bereich der Gewichtszunahme. Demnach nimmt das Risiko für die Krebsvorstufen unabhängig vom Ausgangsgewicht zu, wenn das Körpergewicht im Erwachsenenalter weiter ansteigt.

Nach Ansicht der Studienautoren könne das Halten eines stabilen Körpergewichts eine bedeutende Maßnahme zur Vorbeugung von Adenomen und damit indirekt auch von Darmkrebs sein.

 

Quelle:

Schlesinger, S et al. Adult weight gain and colorectal adenomas-a systematic review and meta-analysis. Annals of Oncology 2017, 28(6):1217-29

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.08.2018 17:18