Darmkrebs: Starkes Übergewicht und metabolisches Syndrom ungünstig

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Die Prognose ist offenbar schlechter, selbst wenn der Tumor früh diagnostiziert wird.

Personen mit sehr starkem Übergewicht, sogenannter Adipositas (Fettsucht), und dem metabolischen Syndrom haben im Falle einer Darmkrebserkrankung schlechtere Karten als Normalgewichtige – auch wenn sich der Tumor bei der Diagnose noch in einem frühen Stadium befindet. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervor.

In der Studie werteten die Forscher die Daten von rund 2.500 Patienten aus, bei denen zwischen 2006 und 2011 Darmkrebs im Stadium I bis III diagnostiziert wurde. Sie schrieben einem Patienten dann das metabolische Syndrom zu, wenn er mindestens drei der folgenden fünf Kriterien erfüllte: Nüchternblutzucker von > 100 mg/dl oder bereits bestätigter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), erhöhter Blutdruck (systolisch ≥ 130 mm Hg, diastolisch ≥ 85 mm Hg oder die Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln aufgrund eines bereits bestätigten Bluthochdrucks), HDL-Cholesterin < 40 mg/dl bei Männern oder < 50 mg/dl bei Frauen, Triglyceride ≥ 150 mg/dL oder die Einnahme von Lipidsenkern, Zugehörigkeit zur höchsten Quartile bezüglich des Umfangs an Bauchfett. Außerdem galt ein Patient als fettleibig, wenn er einen Body Mass Index (BMI) von ≥ 30 kg/m2 aufwies.

Das metabolische Syndrom und Fettleibigkeit in Kombination waren im Hinblick auf die Prognose ungünstig: Im Vergleich zu nicht-fettleibigen Patienten ohne metabolisches Syndrom hatten die fettleibigen, am metabolischen Syndrom Erkrankten eine statistisch ungünstigere Prognose, wobei nicht nur das Gesamtüberleben schlechter ausfiel, sondern auch das darmkrebsbezogene Überleben. Je mehr Komponenten des metabolischen Syndroms bei einem Patienten vorhanden waren, desto höher war das Sterberisiko. Alle anderen Vergleiche (nur Fettleibigkeit, nur metabolisches Syndrom) gaben keine signifikanten Unterschiede. 

Die Kombination von Fettleibigkeit und metabolischem Syndrom wirken sich im Falle einer Darmkrebserkrankung, selbst bei noch frühen Tumorstadien, ungünstig für die Prognose aus, so das Fazit der Studienautoren.

 

Quelle:

Cespedes Feliciano, E. M. et al.: Metabolic Dysfunction, Obesity, and Survival Among Patients With Early-Stage Colorectal Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. September 2016, doi: 10.1200/JCO.2016.67.4473

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 29.05.2017 12:31