Darmkrebs nach fortgeschrittenen Polypen

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Offenbar ist das Risiko für Darmkrebs höher, wenn bei einer ersten Darmspiegelung ein fortgeschrittener Schleimhautpolyp gefunden wird.

Werden bei einer Darmspiegelung fortgeschrittene gutartige Polypen, sogenannte Adenome, entdeckt, sollte die Aufmerksamkeit geschärft werden: Das Risiko, in den Folgejahren an Darmkrebs zu erkranken, ist für den Betroffenen offenbar erhöht. Das geht aus einer Studie in der Fachzeitschrift JAMA hervor.

In der Studie wurden die Daten von Patienten ausgewertet, die sich im Rahmen einer klinischen Studie zunächst einer Spiegelung des letzten Abschnitts des Dickdarms, des sogenannten Sigmoids, unterzogen hatten. Ergab sich dabei ein verdächtiger Befund, schloss sich eine vollständige Darmspiegelung, eine Koloskopie, an. In dieser Untersuchung wurden bei 18 Prozent der Patienten ein fortgeschrittenes Adenom und bei knapp einem Drittel ein nicht-fortgeschrittenes Adenom festgestellt. Als fortgeschritten galten Adenome, die mindestens ein Zentimeter groß waren oder bestimmte Gewebeveränderungen aufwiesen. Die übrigen Patienten waren bei der Untersuchung adenomfrei.

In den folgenden rund 13 Jahren erkrankten deutlich mehr Patienten an Darmkrebs, bei denen in der ersten Koloskopie ein fortgeschrittenes Adenom diagnostiziert worden war. Hingegen gab es keinen Unterschied in der Häufigkeit von Darmkrebs bei Patienten mit nicht-fortgeschrittenem Adenom und Patienten ohne Adenom. Das Risiko für Darmkrebs war bei fortgeschrittenem Adenom gegenüber Nicht-Adenom knapp dreifach erhöht. Auch das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, war erhöht, wenn sich bei der Darmspiegelung ein fortgeschrittenes Adenom gefunden hatte.

Auch wenn die nachträgliche Analyse von Daten in dieser Studie nur eine begrenzte Aussagekraft hat, könnte es offenbar lohnen, nach einem fortgeschrittenen Adenom bei der ersten Koloskopie in den nachfolgenden Jahren besonders aufmerksam in der Darmkrebsfrüherkennung zu sein. 

 

Quelle:

Click B et al. Association of Colonoscopy Adenoma Findings With Long-term Colorectal Cancer Incidence. JAMA 2018,319(19):2021-31

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 14.12.2018 16:33