Darmkrebs: Metastasen operabel machen

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In vielen Fällen gelingt es, mithilfe einer Kombination aus Chemo- und zielgerichteter Therapie ursprünglich nicht-operable Metastasen bei Darmkrebs doch noch einer Operation zuzuführen.

Wenn sich bei Darmkrebs schon Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet haben, ist nicht immer eine Operation möglich: Es können zu viele oder zu große Metastasen sein, oder sie befinden sich an sensiblen Stellen, sodass eine Operation zu große Schäden verursachen würde. In einem solchen Fall lohnt offenbar eine Kombination von Chemotherapie und dem Antikörper Bevacizumab, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift JAMA Oncology berichteten. In vielen Fällen wird dadurch doch noch eine Operation möglich gemacht.

Die Forscher bewerteten zusammenfassend die Daten von elf Studien mit insgesamt 889 Patienten. Die Patienten litten an nicht-operablem Darmkrebs mit Metastasen und erhielten eine Kombinationstherapie aus Chemotherapie mit Fluorouracil, Oxaliplatin und Irinotecan (FOLFOXIRI genannt) sowie dem Angiogenesehemmer Bevacizumab. Letzterer sorgt dafür, dass die Blutversorgung des Tumors unterbleibt, wodurch das Tumorgewebe „ausgehungert“ wird und sich das weitere Wachstum der Krebszellen verzögert. 

69 Prozent der Patienten sprachen auf die Behandlung an. Bei 39 Prozent der Patienten bewirkte die Therapie, dass doch noch eine Operation möglich wurde, in 28 Prozent der Fälle konnten dabei sogar alle Metastasen restlos entfernt werden. In sechs Studien, von denen Daten zum Gesamtüberleben vorlagen, war die Hälfte der Patienten nach 30 Monaten verstorben. In neun Studien dauerte es bei der Hälfte der Patienten ein gutes Jahr, bis der Tumor weiter voranschritt. Die Chancen darauf, dass die Kombinationstherapie doch noch eine Operation ermöglicht, waren besser, wenn die Metastasen nur in der Leber vorkamen. Zudem verbesserten sich die Aussichten mit der Zahl der Therapiezyklen (bis zu zwölf Zyklen).

Zusammenfassung

Vier von zehn Patienten mit nicht-operablen Metastasen bei Darmkrebs haben die Chance, dank einer Kombination aus Chemotherapie und zielgerichteter Therapie mit Bevacizumab doch noch operiert werden zu können – bei mehr als einem Viertel der Patienten gelingt es dann sogar, die Metastasen vollständig zu entfernen, wodurch die Überlebensaussichten erheblich steigen.

 

Quelle:

Tomasello, G. et al.: FOLFOXIRI Plus Bevacizumab as Conversion Therapy for Patients With Initially Unresectable Metastatic Colorectal Cancer. A Systematic Review and Pooled Analysis. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 25. Mai 2017, doi:10.1001/jamaoncol.2017.0278

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.06.2017 17:24