Darmkrebs kann vorgebeugt werden

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Regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sind der Schlüssel dafür.

Darmkrebs ist noch immer eine der häufigsten Krebserkrankungen hierzulande. Aber es ist auch eine Erkrankung, der vorgebeugt werden kann: Durch regelmäßige Tests auf verborgenes Blut im Stuhl oder durch die Darmspiegelung. Darauf verweist ein Artikel in der Fachzeitschrift MMW Fortschritte der Medizin.

Etwa jede siebte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Darm, eine von 20 Frauen und einer von 17 Männern erfährt im Laufe seines Lebens die Diagnose Darmkrebs. Und noch immer versterben viele Patienten an dieser Erkrankung. Es ist jedoch möglich, der Entstehung von Darmkrebs vorzubeugen. Dies beginnt beim Lebensstil: Schon eine halbe Stunde täglich körperliche Bewegung senkt das Darmkrebsrisiko. Aber auch der Verzicht auf Rauchen und eine ausgewogene Ernährung mit Ballaststoffen und wenig rotem Fleisch tragen zu einem verminderten Darmkrebsrisiko bei.

Hinzu kommen die Vorsorgeuntersuchungen, die gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland kostenlos angeboten werden. Spätestens ab dem 35. Lebensjahr, so die Wissenschaftler, sollte mithilfe einer Befragung durch den Hausarzt erfasst werden, ob ein familiär bedingt erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht. Ist dies nicht der Fall, beginnen die Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr: Bei Frauen zunächst mit dem Angebot einer jährlichen Untersuchung des Stuhls auf verborgenes Blut sowie ab dem 55. Lebensjahr mit zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von mindestens zehn Jahren oder Stuhluntersuchungen auf Blut alle zwei Jahre; bei Männern bereits ab 50 Jahren mit zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren oder vom 50. bis 54. Lebensjahr mit jährlichen und ab dem 55. Lebensjahr alle zwei Jahre mit Stuhluntersuchungen auf verborgenes Blut. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl nur dann sinnvoll ist, wenn sie wirklich alle ein bis zwei Jahre wiederholt wird. Fällt der Test positiv aus, muss sich eine Darmspiegelung zur Abklärung der Ursache anschließen.

Bei der Darmspiegelung lassen sich auch sogenannte Schleimhautpolypen entdecken, aus denen sich Darmkrebs entwickeln kann und die deshalb als Krebsvorstufen gelten. Aus diesem Grund gilt die Darmspiegelung nicht nur als Früherkennungs-, sondern auch als Vorsorgeuntersuchung.

Wenn ein Verwandter ersten Grades bereits an Darmkrebs erkrankt ist, besteht ein erhöhtes familiäres Risiko für die Erkrankung. Den Betroffenen wird empfohlen, bereits zehn Jahr vor dem Erkrankungsalter des Verwandten, spätestens jedoch im Alter von 40 bis 45 Jahren die erste Darmspiegelung durchführen zu lassen. Wird Darmkrebs rechtzeitig, in einem noch frühen Stadium erkannt und behandelt, bestehen gute Heilungsaussichten.

 

Quelle:

Kolligs FT. Darmkrebs: Vermeidung, Prävention, Früherkennung. MMW Fortschritte der Medizin 2021; 163(11):48-50

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 17.09.2021 15:30