Darmkrebs: Jüngere mit besseren Überlebenschancen

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Auch wenn ihre Tumoren oft schon fortgeschrittener sind und ungünstigere Eigenschaften haben, sind die Überlebenschancen von jüngeren Patienten besser als von älteren. Die Gründe dafür müssen noch erforscht werden.

Bei jüngeren Patienten sind bösartige Darmtumoren oft schon weiter fortgeschritten, wenn sie entdeckt werden, und haben ungünstige Eigenschaften. Und trotzdem: Die Überlebensraten jüngerer Patienten mit Darmkrebs sind besser als die der Älteren. Das sind die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

Die Forscher bezogen in ihre Analyse die Daten von mehr als 37.000 Patienten mit Darmkrebs ein, die im niederländischen Krebsregister festgehalten worden waren. Patienten, die bei der Diagnose höchstens 40 Jahre alt gewesen waren, präsentierten sich häufiger mit einem bereits fortgeschrittenen Tumor als die Älteren. So hatte ein Drittel der jüngeren Patienten einen Tumor im Stadium III und ein Viertel einen Tumor im Stadium IV, bei den Patienten mittleren Alters (41-70 Jahre) waren es 28 Prozent bzw. ein Fünftel. Auch waren die Gewebeeigenschaften der Tumoren bei jüngeren Patienten oft ungünstiger, zum Beispiel waren die Zellen wenig differenziert, was für eine größere Bösartigkeit spricht. In der Therapie von jüngeren und älteren Patienten mit Tumoren in den Stadien I-III gab es keine Unterschiede – mit einer Ausnahme: Die jüngeren Patienten erhielten häufiger unterstützend zur Operation eine adjuvante Chemotherapie.

Das Fazit der Studienautoren: Die Prognose der Jüngeren fiel besser aus; jugendliches Alter war ein eigenständiger Faktor für einen günstigeren Krankheitsverlauf. Zudem war die adjuvante Chemotherapie in den Tumorstadien I-III mit besseren Überlebenschancen verbunden. 

 

Quelle:

Orsini, R. G. et al.: Comparable survival for young rectal cancer patients, despite unfavourable morphology and more advanced-stage disease. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Juli 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.06.005

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05