Darmkrebs in verschiedenen Lebensaltern

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Die Tumoren von jüngeren und älteren Patienten unterscheiden sich in vielfacher Hinsicht.

Eigentlich ist Darmkrebs eine Erkrankung des höheren Lebensalters, mehr als die Hälfte der Patienten erkranken jenseits des 70. Lebensjahres. Und doch betrifft Darmkrebs immer wieder auch jüngere Menschen unter 50 Jahren. Wissenschaftlern in der Fachzeitschrift Cancer zufolge kann es deutliche Unterschiede zwischen Darmkrebs bei jüngeren und Darmkrebs bei älteren Patienten geben.

Die Forscher untersuchten rückblickend die Daten von 36.000 Patienten mit Darmkrebs, die vor oder nach dem 50. Lebensjahr daran erkrankten. Die jüngeren Patienten wiesen häufiger als die älteren schon bei der Erstdiagnose der Erkrankung Metastasen, also Tochtergeschwülste, in anderen Organen auf. Ihr Tumor befand sich häufiger im letzten Abschnitt des Dickdarms (distales Kolon) oder im Enddarm (Rektum). Außerdem kamen bestimmte genetische Veränderungen in den Krebszellen (BRAF V600-Mutation) bei den jüngeren Patienten seltener vor als bei den älteren, dafür hatten ihre Tumoren häufiger Längenveränderungen in einigen Genabschnitten infolge defekter DNA-Reparaturmechanismen (sogenannte Mikrosatelliteninstabilität).

Bestimmte molekulare Subgruppen, die bei älteren Patienten nicht unüblich sind, traten bei den Patienten, die vor dem 40. Lebensjahr an Darmkrebs erkrankten, nur selten auf. Die Studienautoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass es sich bei Darmkrebs in den verschiedenen Lebensaltern um unterschiedliche Erkrankungen handelt. Dem müsse in weiteren Untersuchungen näher auf den Grund gegangen werden.

 

Quelle:

Willauer AN et al. Clinical and molecular characterization of early‐onset colorectal cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 11. März 2019, https://doi.org/10.1002/cncr.31994

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.10.2019 16:42