Darmkrebs: Bei Symptomen genau hinschauen

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Schon im Vorfeld der Diagnose Darmkrebs treten oft Symptome auf, die auf die Erkrankung hinweisen. Werden sie richtig gedeutet, könnten spätere Nofalleinweisungen in die Klinik vermieden werden.

Bei jedem fünften Darmkrebspatienten wird die Krankheit entdeckt, weil er wegen akuter Symptome ins Krankenhaus eingeliefert wird. Doch nicht bei allen müsste das so sein: Zwar sind die Beschwerden, die im Vorfeld auftreten, durchaus oft untypischer Natur, doch zu häufig noch werden Symptome, die tatsächlich auf Darmkrebs hinweisen, fehlgedeutet. Darauf verweist eine Untersuchung britischer Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Journal of Cancer.

In der Studie wurden die Daten von 1.606 Patienten im Alter ab 25 Jahren ausgewertet, bei denen in den Jahren 2005 oder 2006 Darmkrebs diagnostiziert worden war. Dabei handelte es sich um 1.029 Dickdarmkrebserkrankungen (Kolonkarzinom) und 577 Enddarmkrebserkrankungen (Rektumkarzinom). In 35 Prozent der Dickdarm- und in 15 Prozent der Enddarmkrebsfälle waren die Betroffenen notfallmäßig in die Klinik eingewiesen worden.

Ein Fünftel der Notfallpatienten wies bereits vorher Alarmsymptome auf

In den zwei bis fünf Jahren vor der Darmkrebsdiagnose hatten die als Notfälle eingewiesenen und die nicht als Notfälle eingewiesenen Patienten in etwa gleichermaßen häufig medizinische Unterstützung in Anspruch genommen. Im letzten Jahr vor der Diagnose suchten in beiden Gruppen mehr als 95 Prozent ihren Arzt auf. Dabei präsentierten sich die späteren Notfallpatienten seltener mit eindeutigen Darmsymptomen: Nur etwa die Hälfte von ihnen wies ernsthafte Symptome auf - in der Gruppe der nicht als Notfälle eingewiesenen Patienten waren es 71 Prozent der Dickdarmkrebsfälle und 61 Prozent der Enddarmkrebsfälle. Doch gab es bei immerhin einem Fünftel der späteren Notfallpatienten tatsächlich Alarmsymptome  wie etwa Blutungen aus dem Enddarm, sodass zumindest der Verdacht auf Darmkrebs hätte aufkommen müssen.

Auch wenn bei Patienten, deren Darmkrebserkrankung im Rahmen einer Notfalleinweisung erkannt wird, die Tumoren im Vorfeld oft eher untypische Symptome verursachen, könnte doch bei genauerem Hinsehen bei etwa einem Fünftel von ihnen die Diagnose bereits früher gestellt werden – so das Fazit der Studienautoren.

 

Quelle:

Renzi, C. et al.: Do colorectal cancer patients diagnosed as an emergency differ from non-emergency patients in their consultation patterns and symptoms? A longitudinal data-linkage study in England. British Journal of Cancer 2016, 115:866–875

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.10.2017 16:48