Darmkrebs bei jungen Patienten

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Nicht selten liegen Genveränderungen vor, aus denen eine erhöhte Neigung zu Darmkrebs resultiert. Sie sind teilweise vererbbar.

Darmkrebs gehört zu den Krebserkrankungen, die bevorzugt erst im höheren Lebensalter auftreten. Doch immer wieder erkranken auch Menschen unter 50 Jahren daran. Diese haben, wie eine neue Untersuchung in der Fachzeitschrift JAMA Oncology zeigt, nicht selten eine Genveränderung, Mutation genannt, die unter Umständen sogar an die Nachkommen weitervererbt werden kann.

In der Studie wurden 450 Patienten untersucht, die vor dem 50. Lebensjahr an Dick- oder Enddarmkrebs (Kolorektalkarzinom) erkrankten. 72, also 16 Prozent von ihnen, wiesen eine Mutation auf. In den meisten Fällen handelte es sich um eine Veränderung in den sogenannten mismatch repair-Genen, die für die Reparatur bestimmter DNA-Schäden verantwortlich sind. Solche Schäden im Erbgut von Zellen treten auf, wenn sich die Körperzellen teilen. Funktionieren die mismatch repair-Gene, werden die Schäden repariert und bleiben folgenlos. Bleibt die Reparatur aus und häufen sich bestimmte Schäden an, können bösartige Tumoren entstehen.

Bei 37 Patienten wurde ein Lynch-Syndrom, auch hereditäres nichtpolypöses kolorektales Karzinom (HNPCC) nachgewiesen. Die hierbei auftretenden Mutationen in den mismatch repair-Genen können vererbt werden, das Risiko, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, ist für die Träger der Mutationen hoch. Auch andere Mutationen wurden nachgewiesen.

Nicht bei allen Patienten lag der Zusammenhang von familiärer Vorgeschichte und der eigenen Erkrankung an Darmkrebs auf der Hand. Nach Ansicht der Studienautoren empfehle es sich deshalb, bei einer Erkrankung an Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr in jedem Fall Gentests durchführen zu lassen, um eine eventuelle familiäre Vorbelastung festzustellen zu können.

 

Quelle:

Pearlman, R. et al.: Prevalence and Spectrum of Germline Cancer Susceptibility Gene Mutations Among Patients With Early-Onset Colorectal Cancer. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 15. Dezember 2016, doi:10.1001/jamaoncol.2016.5194

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Mehr zum Thema Darmkrebs:

Zurück

Aktualisiert am: 25.04.2017 13:55