Darmkrebs bei Jüngeren immer häufiger

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Vor allem die Zahl der an Enddarmkrebs Erkrankten unter 55 Jahren steigt in den USA deutlich an. 

Die Häufigkeit von Darmkrebs geht in den USA seit einigen Jahrzehnten zurück – zuletzt, nachdem ein Früherkennungsscreening eingeführt worden war. Doch gilt dies, wie jetzt aus einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute hervorgeht, offenbar nicht für die jüngere Bevölkerung. Deren Risiko für die Erkrankung steigt stetig an.

Die Forscher analysierten die Daten von fast 500.000 Personen und werteten sie hinsichtlich der Häufigkeit von Darmkrebs und des Erkrankungsalters bei der Diagnose aus. Bei den 55-Jährigen und Älteren gingen die Raten an Darmkrebs seit Mitte der 1980er Jahre und Enddarmkrebs seit 1974 zurück. Dies, so die Wissenschaftler, sei zum einen darauf zurückzuführen, dass Risikofaktoren vermieden würden, zum anderen darauf, dass in den USA ein Früherkennungsscreening eingeführt wurde. Es empfiehlt allen Personen ab dem 50. Lebensjahr, eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen zu lassen. In Deutschland können sich Personen ab dem 55. Lebensjahr auf Kosten ihrer Krankenkasse zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren unterziehen, um Darmkrebs oder seine Vorstufen rechtzeitig zu erkennen. Dies lässt das Risiko für die ältere Bevölkerung, die bislang vorrangig von der Erkrankung betroffen war, sinken.

Nun zeigten die Daten jedoch einen Anstieg der Krankheitsfälle bei jüngeren Personen. Dies hatte zur Folge, dass sich allein der Anteil der an Enddarmkrebs erkrankten jüngeren Erwachsenen unter 55 Jahren an der Gesamtzahl der daran Erkrankten von knapp 15 Prozent in den Jahren 1989/90 auf fast 30 Prozent in den Jahren 2012/13 nahezu verdoppelte.

Laut den Berechnungen der Forscher haben die im Jahr 1990 Geborenen ein zweifach höheres Risiko für Darmkrebs und ein vierfach höheres Risiko für Enddarmkrebs als die im Jahr 1950 Geborenen.

 

Quelle:

Siegel, R. L. et al.: Colorectal Cancer Incidence Patterns in the United States, 1974–2013. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 28. Februar 2017, doi: 10.1093/jnci/djw322

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 30.05.2017 13:08