Darmadenome: Prophylaxeversuch mit Kalzium oder Vitamin D ohne Effekt

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Eine gezielte Vorbeugung von Darmadenomen, die eine Vorstufe von Darmkrebs sein können, ist mit Vitamin D3 und/oder Kalzium zumindest kurzfristig offenbar nicht möglich.

Aufgrund der Daten aus epidemiologischen Studien war vermutet worden, dass durch eine vermehrte Einnahme von Vitamin D und Kalzium dem Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, vorgebeugt werden könne. Dies wurde nun in einer randomisierten placebokontrollierten Studie überprüft: Mit offenbar negativem Ergebnis, wie dem Bericht in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine zu entnehmen ist.

An der Studie nahmen mehr als 2.200 Personen teil, bei denen kurz zuvor bei einer Darmspiegelung gutartige Tumoren im Dickdarm, sogenannte Adenome, diagnostiziert und entfernt worden waren. Aus diesen gutartigen Tumoren kann sich im Laufe der Zeit Darmkrebs entwickeln. Die Studienteilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip auf vier Gruppen verteilt und erhielten entweder tägliche Dosen an Vitamin D3 oder Kalzium oder beides oder ein Scheinmedikament (Placebo). Nach drei bis fünf Jahren wurde eine erneute Darmspiegelung vorgenommen, bei der geschaut wurde, ob sich die Einnahme von Vitamin und/oder Kalzium auf die Häufigkeit erneuter Adenome ausgewirkt hatte.

Bei vier von zehn Patienten wurden bei der erneuten Darmspiegelung ein oder mehrere Adenome entdeckt. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Patienten Vitamin D und/oder Kalzium eingenommen hatten oder nicht. Auch auf die Häufigkeit fortgeschrittener Adenome hatte die Einnahme von Vitamin D oder Kalzium keinen Einfluss. Jedoch war es bei einigen Patienten, die Vitamin D und/oder Kalzium eingenommen hatten, zu schwerwiegenden Nebenwirkungen gekommen.

Nach Ansicht der Studienautoren könne eine Einnahme von Vitamin D3 und/oder Kalzium zur Vorbeugung von Adenomen im Dickdarm und damit Darmkrebs derzeit nicht empfohlen werden. Zumindest über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren habe diese Maßnahme offenbar keinen schützenden Effekt. 

 

Quelle:

Baron, J. A. et al.: A Trial of Calcium and Vitamin D for the Prevention of Colorectal Adenomas. New England Journal of Medicine 2015, 373:1519-153

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.06.2017 17:24