CML: Wenn die Krankheit nicht anspricht

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Mithilfe eines bestimmten Glykoproteins lassen sich Patienten identifizieren, die bei chronischer myeloischer Leukämie nicht ausreichend auf eine Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer der ersten oder zweiten Generation ansprechen werden.

Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) können mit sogenannten Tyrosinkinasehemmern wie Imatinib, Nilotinib oder Dasatinib behandelt werden, wodurch sich ihre Überlebensaussichten gegenüber denen früherer Patientengenerationen erheblich verbessert haben. Doch nicht alle sprechen auf diese Behandlung gleichermaßen gut an, manche erweisen sich als resistent gegen die Mittel. Wissenschaftler entwickelten jetzt einen Test, mit dessen Hilfe Betroffene schon frühzeitig erkannt werden können. Die Forscher berichteten darüber in der Fachzeitschrift Leukemia.

Ein P-Glykoprotein zeigt drohende Resistenz an

Bei etwa einem Fünftel aller CML-Patienten spricht die Krankheit nur unzureichend auf die Ersttherapie mit dem Tyrosinkinasehemmer der ersten Generation Imatinib an. Bei diesen Patienten wird also unnötige Zeit verloren, wenn sie damit behandelt werden. Die genauen Ursachen für die Resistenz sind bislang nicht bekannt. Doch stellten die Forscher jetzt fest, dass ein bestimmtes P-Glykoprotein, ABCB1 genannt, darin verwickelt ist. Es pumpt Stoffe aus den Leukämiezellen heraus, darunter offenbar auch den Tyrosinkinasehemmer Imatinib, sodass er seine Wirkung nicht richtig entfalten kann. Je mehr von diesem P-Glykoprotein vorhanden ist, desto höher ist das Risiko, dass die betroffenen Patienten nicht ausreichend auf die Therapie mit Imatinib reagieren und dass sich die Krankheit auch bei einem Wechsel auf den Tyrosinkinasehemmer der zweiten Generation Nilotinib nur unzureichend bessert. Zudem erhöht sich bei einer hohen Konzentration des P-Glykoproteins auch das Risiko, dass die Krankheit aus der chronischen Phase in eine Blasenkrise übergeht. 

Frühzeitiger Test könnte die unwirksame Behandlung ersparen

Mit dem Test auf das P-Glykoprotein ABCB1 könnten schon frühzeitig diejenigen Patienten identifiziert werden, deren CML sich als resistent gegen die Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer der ersten oder zweiten Generation erweisen wird, so die Studienautoren. In diesen Fällen könnten unnötige Behandlungsversuche eingespart und alternative Therapien eingeleitet werden, um die Aussichten für die Betroffenen zu verbessern.

 

Quellen:

Eadie, L. N. et al.: The clinical significance of ABCB1 overexpression in predicting outcome of CML patients undergoing first-line imatinib treatment. Leukemia, Onlinevorabveröffentlichung am 24. Juni 2016, doi:10.1038/leu.2016.179

Pressemitteilung der University of Adelaide vom 28. Juli 2016

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2017 16:40