CML: Komplettes Ansprechen als Voraussetzung für potenzielle Heilung

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Unter der Therapie mit neueren Tyrosinkinasehemmern kann bei chronischer myeloischer Leukämie häufiger ein komplettes molekulares Ansprechen erreicht werden – eine Voraussetzung dafür, die Patienten eines Tages vielleicht heilen zu können.

Mit der Einführung der zielgerichteten Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Imatinib haben sich die Überlebensaussichten der Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) erheblich verbessert. Neuere Tyrosinkinasehemmer führen, wenn sie anstelle von Imatinib in der Ersttherapie eingesetzt werden, zu noch höheren Ansprechraten. Das zeigen die Ergebnisse einer zusammenfassenden Meta-Analyse in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

CML kann mithilfe der Tyrosinkinasehemmer in der chronischen Phase aufgehalten werden, die Krankheit kommt zum Stillstand und die Patienten sind, wie sich in zahlreichen Studien erwiesen hat, über lange Zeiträume praktisch krankheitsfrei. Allerdings muss die Therapie bei den meisten Patienten lebenslang durchgeführt werden, weil es sonst zu einem Rückfall kommt. In der jetzt vorliegenden Meta-Analyse werteten die Forscher systematisch die Ergebnisse veröffentlichter Studien aus, in denen die Wirksamkeit von neueren Tyrosinkinasehemmern wie Nilotinib und Dasatinib in der Ersttherapie von Patienten mit CML getestet worden war. Sie stützten sich schließlich auf die Daten von acht Studien mit mehr als 3.500 Patienten. 

Höhere Ansprechraten

Die Therapie mit den neueren Tyrosinkinasehemmern führte zu höheren Ansprechraten als die Therapie mit Imatinib – sowohl nach drei Monaten, als auch nach einem und zwei Jahren. Signifikant seltener als unter Imatinib ging die Krankheit aus der chronischen in die akzelerierte oder Blastenphase über – dies galt nach einem, zwei und fünf Jahren. Auf die Gesamtsterblichkeit, die sich nicht auf die CML allein, sondern auf alle Todesursachen bezieht, hatte das allerdings keinen Einfluss. Zudem stieg mit den neueren Tyrosinkinasehemmer das Risiko für Nebenwirkungen, die einen Abbruch der Therapie erforderten.

Komplette molekulare Response – Voraussetzung für eine Heilung

In der Meta-Analyse zeigte sich, so das Fazit der Studienautoren, dass die neueren Tyrosinkinasehemmer wie Nilotinib und Dasatinib potenter seien als Imatinib, ohne dass sich dadurch das Gesamtüberleben verbessern würde. Komplette molekulare Response sei unter den neueren Tyrosinkinasehemmern häufiger zu beobachten als unter Imatinib – eine Grundvoraussetzung für die Möglichkeit, die eigentlich lebenslang konzipierte Therapie möglicherweise doch eines Tages unterbrechen zu können, weil eine Heilung von der Krankheit eingetreten ist. Daraus ergebe sich ein gewichtiger Grund, die neueren Tyrosinkinasehemmer bei der Ersttherapie bevorzugt einzusetzen.

 

Quelle:

Gurion, R. et al.: First line treatment with newer tyrosine kinase inhibitors in chronic myeloid leukemia associated with deep and durable molecular response – systematic review and meta-analysis. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 25. August 2016, http://dx.doi.org/10.1080/0284186X.2016.1201214

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.10.2017 16:52