Chronische lymphatische Leukämie: ZNS-Befall möglich

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Bei neurologischen Symptomen sollte immer an einen Befall des Zentralen Nervensystems durch die CLL gedacht werden.

Wenn Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) neurologische Symptome entwickeln, liegt eine Beteiligung des Zentralen Nervensystems nahe. Dies gilt, darauf verweisen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Hematology, ganz unabhängig vom Stadium und der Aktivität der Leukämieerkrankung.

Bei der CLL kommt es zu einer Störung von B-Lymphozyten des Immunsystems, die im Übermaß das Knochenmark infiltrieren. Nur selten lagern sich solche lymphozytären Infiltrate auch außerhalb des Knochenmarks an. Doch ist eben auch ein Befall des ZNS möglich, der neurologische Symptome verursacht. Oft sind dann Hirnnerven betroffen. Die Patienten leiden unter Doppelbildern und anderen Sehstörungen, auch psychische Beeinträchtigungen sind möglich, Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit sowie Bewusstseinstrübungen bis hin zum Delir.

Um festzustellen, ob ein Befall des ZNS durch die CLL vorliegt, muss mithilfe einer Punktion die Hirnflüssigkeit, der Liquor, untersucht werden. Dabei ist eine besondere Untersuchung notwendig, die sogenannte Immunphänotypisierung, bei der untersucht wird, ob bestimmte Merkmale (Antigene) auf der Oberfläche der Zellen ausgeprägt sind oder nicht.

 

Quelle:

Timmers N K L M et al. Central nervous system localisation of chronic lymphocytic leukemia, description of two very distinct cases and a review of the literature. Annals of Hematology 2018, 97:1627–32

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.09.2018 13:53