Chronische Krankheit Krebs

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Häufiger zum Arzt? Wenn die ersten Therapien überstanden sind, offenbar nicht.

Krebspatienten sind oft nicht nur krebskrank: Zwei Drittel von ihnen leiden – altersbedingt - an mindestens einer weiteren chronischen Krankheit. Wie verhält es sich, wenn Krebs zu diesen Krankheiten hinzukommt, und müssen Krebspatienten, wenn die akute Phase der Krankheit vorbei ist, immer noch häufig zum Arzt? Diesen Fragen widmeten sich Wissenschaftler in einer neuen Studie. Kürzlich veröffentlichten sie ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Die Forscher identifizierten aus einer Datenbank Krebspatienten mit Diabetes mellitus, Osteoarthritis, koronarer Herzkrankheit und COPD sowie Krebspatienten ohne eine solche chronische Begleiterkrankung. Als Vergleichsgruppe dienten Patienten mit und ohne chronische Erkrankung, die nicht an Krebs litten und hinsichtlich Alter und Geschlecht vergleichbar waren.

Zwei bis fünf Jahre nach der Diagnose konsultierten die Krebspatienten ohne zusätzliche chronische Erkrankung ihren Arzt durchschnittlich 6,5-mal pro Jahr – jene mit einer weiteren chronischen Erkrankung taten dies zweimal so oft. Die Spanne reichte von rund 10 Arztbesuchen bei Osteoarthritis bis 12,4 Arztbesuchen bei COPD. Eine ähnliche Differenz wurde bei den nicht an Krebs erkrankten Vergleichspersonen beobachtet. Die Zahl der Arztbesuche wegen chronischer Erkrankungen unterschied sich zwischen den Krebs- und Nicht-Krebspatienten nicht. Mit zunehmendem Alter und zunehmender Zahl an chronischen Erkrankungen stieg die Zahl der Arztbesuche – bei Krebs- und Nicht-Krebspatienten gleichermaßen. Darüber hinaus gingen Krebs- und Nicht-Krebspatienten gleichermaßen oft zum Arzt, wenn die Zahl der chronischen Krankheiten berücksichtigt wurde und Krebs zu den chronischen Erkrankungen zählte.

Überlebende einer Krebserkrankung intensivieren offenbar zwei bis fünf Jahre nach der Diagnose ihre Arztkontakte. Dies, so die Interpretation der Studienautoren, verhalte sich praktisch genauso wie bei Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen auch. Sei die akute Phase einer Krebserkrankung erst einmal überstanden, müssten die Betroffenen ihren Arzt demnach nicht häufiger konsultieren als andere chronisch Kranke.

 

Quelle:

Hein, M.J. et al.: The combined effect of cancer and chronic diseases on general practitioner consultation rates. Cancer Epidemiology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Januar 2015, doi.org/10.1016/j.canep.2014.12.002

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.05.2017 17:22