Chronische Hepatitis C: Erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen außerhalb der Leber

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Erkrankungs- und Sterberisiko sind erhöht 

Chronische Hepatitis C ist neben chronischer Hepatitis B einer der wichtigsten Risikofaktoren für Leberkrebs – das ist hinreichend bekannt. Doch offenbar erhöht sich im Falle einer solchen Infektion auch das Risiko für andere Krebserkrankungen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology berichteten.

Die Forscher werteten Datenbanken aus den USA aus, in denen mehr als 12.000 Fälle chronischer Hepatitis C-Infektionen festgehalten worden waren. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erkrankten Patienten mit chronischer Hepatitis C fast 49-mal häufiger an Leberkrebs, aber auch zweieinhalbmal so oft an Bauchspeicheldrüsenkrebs, etwa zweimal häufiger an Enddarmkrebs und Nierenkrebs sowie eineinhalbmal häufiger an Non-Hodgkin-Lymphomen und Lungenkrebs. Zudem war die Sterblichkeit bei Patienten mit Leberkrebs, Mundhöhlenkrebs, Enddarmkrebs, Non-Hodgkin-Lymphom und Bauchspeicheldrüsenkrebs im Falle einer chronischen Hepatitis C erhöht. Die Betroffenen waren bei der Krebsdiagnose und auch, wenn sie an einer der genannten Krebserkrankungen starben, jünger als Krebspatienten, die sich nicht mit Hepatitis C infiziert hatten.

Zahlreiche Krebserkrankung außerhalb der Leber treten bei chronisch Hepatitis C-Infizierten gehäuft auf, so das Fazit der Studienautoren. Die Ursachen dafür sowie für die gleichfalls erhöhte Sterblichkeit bei diesen Erkrankungen sind derzeit noch nicht bekannt.

 

Quelle:

Allison, R. D. et al.: Increased incidence of cancer and cancer-related mortality among persons with chronic hepatitis C infection, 2006–2010. Journal of Hepatology 2015, 63(4):822-828

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14