Chronische Erschöpfung: Bei Prostatakrebs häufig

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Vor allem in fortgeschrittenen Krankheitsstadien sind viele Patienten von Fatiguebeschwerden betroffen.

Chronische Erschöpfung, sogenannte Fatigue, ist eine häufige Begleiterscheinung von Krebserkrankungen. Besonders oft betroffen sind Männer, die an fortgeschrittenem Prostatakrebs leiden. Die Ursachen sind im Einzelnen noch nicht geklärt, doch gehen Experten davon aus, dass es sich um ein komplexes Geschehen handelt, in das die Krankheit selbst, aber auch die Krebstherapien involviert sind (Fachzeitschrift URO-NEWS).

In Abgrenzung zu anderen Fatiguearten wird die mit Krebserkrankungen in Verbindung stehende Fatigue als „tumorassoziierte Fatigue“ bezeichnet. Per definitionem handelt es sich dabei um ein anhaltendes und belastendes subjektives Gefühl von körperlicher, emotionaler und/oder geistiger Erschöpfung, das im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung und/oder Krebsbehandlung auftritt, für die vorausgegangene Aktivität unverhältnismäßig stark ist und den Lebensalltag beeinträchtigt. Die Erschöpfung kann sich nach dem Ende einer Krebstherapie innerhalb weniger Wochen oder Monate zurückbilden. Mitunter jedoch wird das Erschöpfungssyndrom chronisch und verschwindet selbst dann nicht, wenn die Krebserkrankung völlig überwunden zu sein scheint.

Schon bei der Erstdiagnose der Krebserkrankung berichten 30 bis 40 Prozent der Patienten über anhaltende Erschöpfung. Bis zu drei Viertel der Patienten mit Prostatakrebs sind davon betroffen, wobei vor allem Patienten mit metastasierter Krankheit darunter leiden. Mehr als ein Drittel der Patienten verspürt noch sechs Monate nach Abschluss der Therapien Fatiguesymptome. Viele erleben die Fatiguebeschwerden als starke Belastung und Einschränkung.

Bei der Behandlung von Fatiguebeschwerden geht es in erster Linie darum, die Symptome zu mildern und die Lebensqualität wiederherzustellen. Die Therapie ist multimodal und besteht aus drei Säulen: körperlichem Training (Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining), psychosozialer Therapie (Patientenschulung - Psychoedukation, psychosoziale Beratung, Psychotherapie und Mind-Body-Verfahren wie Yoga oder Achtsamkeitsmeditation) und medikamentöser Therapie. Es wird empfohlen, möglichst früh im Krankheitsprozess mit einer Behandlung zu beginnen, um einer Chronifizierung der Beschwerden entgegenzuwirken. 

 

Quelle:

Suttmann, H. et al.: Begleit- und Folgeerkrankungen bei Krebstherapien. Fatigue beim metastasierten Prostatakarzinom. URO-NEWS 2016, 20(11):26-29

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18