Chronische Erschöpfung: Bei chronischer myeloischer Leukämie häufig

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Bei myeloproliferativen Neoplasien wie der CML ist Fatigue ein häufiges Phänomen. Die Ursachen sind offenbar vielfältig, entsprechend vielgestaltig sollte auch die Therapie sein.

Patienten, die an einer Krebserkrankung der blutbildenden Zellen des Knochenmarks, einer myeloproliferativen Neoplasie, wie der chronischen myeloischen Leukämie (CML) oder Polyzythämia vera leiden, erleben im Krankheitsverlauf nicht selten Episoden anhaltender Erschöpfung. Um herauszufinden, warum das so ist, spürten Wissenschaftler in einer Studie den möglichen Ursachen der sogenannten Fatigue bei diesen Patienten nach. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer.

Die Forscher entwickelten einen 70 Fragen umfassenden Fragebogen, in dem auf verschiedene Aspekte von Fatigue und Erschöpfungszuständen eingegangen wurde. Unter den Befragten mit einer myeloproliferativen Neoplasie fanden sich gehäuft Patienten, die Fatigue in teilweise schwerer Ausprägung erlebt hatten. 

Mit einem höheren Schweregrad von Fatigue waren ein hoher Body Mass Index (BMI), regelmäßiger Konsum von Alkohol und Rauchen verbunden. Moderate bis schwere Fatigue trat bei Personen, die keinen Sport trieben, häufiger auf als bei Personen, die sich wenigstens einmal pro Woche sportlich betätigten. Auch einige Erkrankungen neben der Knochenmarkserkrankung waren mit einem höheren Risiko für schwerere Fatigue verbunden, darunter das Syndrom der „ruhelosen Beine“ (restless leg syndrome), Diabetes mellitus, Fibromyalgie, chronisches (nicht-krebsbedingtes) Fatigue-Syndrom und chronische Nierenerkrankungen. Einige Medikamente wie Antidepressiva, Antihistaminika oder Schmerzmittel verschlechterten die Fatiguebeschwerden. Patienten, die unter Fatiguesymptomen litten, hatten zugleich ein erhöhtes Risiko für Depression.

Die Studie zeige einmal mehr, dass es sich bei Fatigue um ein multifaktorielles Geschehen handele, bei dem verschiedene Ursachen als Auslöser in Frage kommen und bei der Therapie berücksichtigt werden müssten, so die Interpretation der Studienautoren. Da unter den Betroffenen gleichzeitig ein erhöhtes Risiko für Verstimmungen und Depression bestehe, sollten auch in dieser Hinsicht rechtzeitig therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.

 

Quelle:

Scherber, R. M. et al.: Comprehensively understanding fatigue in patients with myeloproliferative neoplasms. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 15. Dezember 2015, DOI: 10.1002/cncr.29753

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18