Chemotherapie ins Bauchfell bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs

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Offenbar lassen sich damit Überlebensvorteile erzielen.

Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs kann es sich lohnen, nach der Operation eine Chemotherapie durchzuführen, die direkt ins Bauchfell, also intraperitoneal, gegeben wird. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Journal of Cancer.

Wenn sich Eierstockkrebs bei der Erstdiagnose bereits über das Organ hinaus ausgebreitet hat, reicht eine Operation zur Heilung nicht mehr aus. Im Regelfall schließt sich dann an die Operation eine Chemotherapie an, die über eine Vene verabreicht wird und im ganzen Körper, d.h. systemisch wirkt. Nun wurde in einer Studie untersucht, ob es noch eine Verbesserung der Prognose bringen kann, wenn unmittelbar nach der Operation eine intraperitoneale Chemotherapie stattfindet, bevor mit der systemischen Chemotherapie begonnen wird. Hintergrund ist der Umstand, dass sich die Tumorzellen bei Eierstockkrebs bevorzugt ins Bauchfell ausbreiten und dort mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, ansiedeln.

An der Studie nahmen 218 Patientinnen teil, bei denen Eierstockkrebs im Stadium IIIC bis IV diagnostiziert worden war. Sie erhielten nach der Operation entweder eine intraperitoneale Chemotherapie gefolgt von einer systemischen Chemotherapie oder sofort eine systemische Chemotherapie. Die intraperitoneale Chemotherapie wurde in jeweils wöchentlichem Abstand viermal durchgeführt (= dosisdicht), die systemische Chemotherapie fand in sechs Zyklen statt.

Die zusätzliche dosisdichte intraperitoneale Chemotherapie zahlte sich aus. Sowohl die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, als auch das Gesamtüberleben verbesserten sich dadurch signifikant. So war nach fünf Jahren bei mehr als einem Viertel der Erkrankten in der Gruppe der mit intraperitonealer Chemotherapie Behandelten die Krankheit nicht weiter vorangeschritten, in der anderen Gruppe gelang dies nur bei 8,5 Prozent. Zudem waren in der intraperitonealen Chemotherapiegruppe nach fünf Jahren noch 61 Prozent der Patientinnen am Leben, in der anderen Gruppe waren es 38 Prozent.

Nach Ansicht der Studienautoren könne sich bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs die dosisdichte intraperitoneale Chemotherapie als eine zusätzliche Behandlungsoption zwischen Operation und systemischer Chemotherapie bewähren. Dies gelte es nun noch, in einer größeren Studie zu überprüfen. 

 

Quelle:

Shi T et al. Survival benefits of dose-dense early postoperative intraperitoneal chemotherapy in front-line therapy for advanced ovarian cancer: a randomised controlled study. British Journal of Cancer 2019, 121:425-8

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43