Chemotherapie gegen Darmkrebs: Auch bei Älteren stimmt die Lebensqualität

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Ältere Darmkrebspatienten müssen keine schlechtere Lebensqualität fürchten, wenn sie zusätzlich zur Operation auch eine Chemotherapie erhalten

Nicht immer reicht bei Darmkrebs die Operation für eine Heilung aus. Um tatsächlich möglichst alle Krebszellen im Körper zu zerstören, kann eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie nach dem chirurgischen Eingriff empfohlen werden. Davon sollten ältere Patienten jenseits des 70. Lebensjahres nicht automatisch ausgenommen werden, wie die Ergebnisse einer neuen Untersuchung belegen. Eine schlechtere Lebensqualität als bei jüngeren Patienten aufgrund unzumutbarer Nebenwirkungen, so die Studie, sei jedenfalls infolge der Chemotherapie nicht zu befürchten.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von mehr als 1.500 Patienten, die zwischen 2000 und 2009 wegen Darmkrebs operiert worden waren oder eine Operation und adjuvante Chemotherapie erhalten hatten. Im Jahr 2010 wurden sie mithilfe standardisierter Fragebögen zu krankheitsbezogenen Symptomen und ihrer Lebensqualität befragt.

Weder bei den Patienten, die jünger als 70 Jahre waren, noch bei jenen ab 70 gab es bezüglich auftretender Symptome und der Lebensqualität Unterschiede, wenn die Therapie (Operation oder Operation plus Chemotherapie) berücksichtigt wurde. Im Vergleich zu einer alters- und geschlechterangepassten Gruppe ohne Darmkrebs berichteten die Darmkrebspatienten unter 70 Jahren häufiger über Schlafstörungen, Durchfälle und finanzielle Probleme – egal, ob sie nur operiert worden waren oder zusätzlich auch eine Chemotherapie erhalten hatten. Bei den älteren Patienten jenseits der 70 Jahre hingegen gab es keine Unterschiede zur Vergleichsgruppe.

Ältere Darmkrebspatienten sollten nicht automatisch von einer adjuvanten Chemotherapie ausgeschlossen werden, nur weil eine geringere Lebensqualität dadurch befürchtet wird, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Sofern die allgemeine körperliche und mentale Verfassung es zulasse, könnten auch sie von der zusätzlichen Therapie profitieren.

 

Quelle:

Verhaar, S. et al.: Treatment-related differences in health related quality of life and disease specific symptoms among colon cancer survivors: Results from the population-based PROFILES registry. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Mai 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.04.004

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 20.07.2017 16:54