Chemotherapie bei Lebermetastasen

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Eine lokale Chemotherapie zusätzlich zur systemischen noch während der Operation von darmkrebsbedingten Lebermetastasen kann die Überlebensaussichten offenbar erheblich verbessern.

Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, von Darmkrebs in der Leber können oftmals durch eine Operation entfernt werden. Wird noch während des Eingriffs über die Leberarterie eine Chemotherapie an den Ort der Metastasen in der Leber geleitet, verbessern sich die Erfolgsaussichten. Das geht aus einer Studie hervor, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology präsentiert wurden.

Wenn sich Darmkrebs über den Darm hinaus ausbreitet, ist die Leber eine der ersten Anlaufstationen. Bei etwa der Hälfte der Patienten, bei denen die Krankheit nach einer ersten operativen Entfernung von Lebermetastasen zurückkehrt, ist wiederum die Leber als einziges Organ involviert. In der aktuellen Studie hatten sich 2.368 Patienten einer operativen Entfernung von Lebermetastasen bei Darmkrebs unterzogen. Ein Teil von ihnen erhielt während des Eingriffs eine lokale Chemotherapie über die Leberarterie - zusätzlich zu einer systemischen, im ganzen Körper wirkenden Chemotherapie, die ebenfalls während der Operation durchgeführt wurde. Die übrigen Patienten hatten nur die systemische Chemotherapie während der Operation erhalten.

Die zusätzliche lokale Chemotherapie zahlte sich aus: Die Betroffenen hatten ein besseres Gesamtüberleben als die nur mit systemischer Chemotherapie Behandelten. So lebte die Hälfte der auch mit lokaler Chemotherapie Behandelten 67 Monate oder länger, die Hälfte der nicht mit lokaler Chemotherapie Behandelten lebte 44 Monate oder länger. Auch das Gesamtüberleben nach zehn Jahren war in der Gruppe der lokalen Chemotherapie signifikant besser. Besonders stark war der Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen bei Patienten, bei denen keine Lymphknoten befallen waren.

Das mediane Gesamtüberleben – also der Zeitpunkt, an dem die Hälfte der Patienten verstorben ist – war nach lokaler Chemotherapie rund zwei Jahre länger als nach ausschließlich systemischer Chemotherapie während der Operation der darmkrebsbedingten Lebermetastasen, so die Studienautoren in ihrer Zusammenfassung. Dieses Ergebnis sei eindrücklich, müsse allerdings noch in einer randomisierten klinischen Studie bestätigt werden.

 

Quelle:

Groot Koerkamp, B. et al.: Perioperative Hepatic Arterial Infusion Pump Chemotherapy Is Associated With Longer Survival After Resection of Colorectal Liver Metastases: A Propensity Score Analysis. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. April 2017, DOI: 10.1200/JCO.2016.71.8346

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.05.2017 17:22