Chemotherapie bei Kopf-Halstumoren: Niedrigere Dosierung, dafür häufiger

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Dies macht die Therapie verträglicher, ohne dass Einbußen in der Wirksamkeit zu befürchten sind.

Bei lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Halsbereich, die nicht operabel sind, hat sich die Strahlen-Chemotherapie als effizient erwiesen. Die Chemotherapie erfolgt dabei mit Cisplatin, das standardmäßig in hoher Dosierung alle drei Wochen verabreicht wird. Nun testeten Wissenschaftler mit Erfolg eine häufigere Verabreichung von niedrigeren Einzeldosen von Cisplatin. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute.

In die Analyse wurden die Daten von 2.901 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich einbezogen, die nicht operiert werden konnten, sondern eine Strahlen-Chemotherapie erhielten. 2.200 Patienten erhielten die Standarddosierung von Cisplatin von 100 mg/m2 alle drei Wochen. Die übrigen Patienten wurden wöchentlich mit einer Dosis von 40 mg/m2 behandelt.

Die Therapieregime erwiesen sich bezüglich ihrer Wirksamkeit, also des Gesamtüberlebens der Patienten als einander ebenbürtig. Jedoch führte die höhere Dosierung von Cisplatin in dreiwöchiger Verabreichung zu mehr Nebenwirkungen wie einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion, einem Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutropenie), Elektrolytverschiebungen und Hörschäden.

Offenbar, so die Studienautoren, könne die zur Strahlentherapie begleitende Chemotherapie mit Cisplatin bei Patienten mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom in der Mundhöhle, dem Mundrachen und dem unteren Rachen bzw. Kehlkopf wöchentlich in niedrigerer Dosierung durchgeführt werden, ohne Einbußen in der Wirksamkeit befürchten zu müssen. Dies könne die Gefahr von Nebenwirkungen reduzieren.

 

Quelle:

Bauml J M et al. Cisplatin Every 3 Weeks Versus Weekly With Definitive Concurrent Radiotherapy for Squamous Cell Carcinoma of the Head and Neck. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 18. Oktober 2018, djy133, https://doi.org/10.1093/jnci/djy133

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2018 16:42