Chemotherapie bei älteren Patienten mit Magen- oder Speiseröhrenkrebs

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Wenn die Dosen reduziert werden, kann sich die Lebensqualität der Patienten verbessern, ohne dass Einbußen in der Wirksamkeit zu befürchten wären.

Ältere und gebrechliche Patienten mit fortgeschrittenem Magen- oder Speiseröhrenkrebs können davon profitieren, wenn sie eine Chemotherapie in niedrigerer Dosierung erhalten als sonst üblich. Das berichteten Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO).

Die Chemotherapieregime, die in klinischen Studien entwickelt werden, richten sich meist an eher junge und in der Regel fitte Patienten. In die jetzt berichtete Studie jedoch wurden auch sehr alte und gebrechliche Patienten eingeschlossen, die an inoperablem und/oder metastasiertem Magen- oder Speiseröhrenkrebs erkrankt waren. Eingeschränkt waren die Patienten durch Begleiterkrankungen, für die sie auch Medikamente erhielten, in ihrer Beweglichkeit und in ihrer allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit. Sie erhielten eine Kombinationschemotherapie mit entweder der vollen üblichen Dosis oder in reduzierten Dosen von 60 bzw. 80 Prozent.

In puncto Gesamtüberleben und Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, waren die erniedrigten Dosierungen der vollen Dosis nicht unterlegen. Gleichzeitig erlebten die Patienten mit verringerter Dosis einen Gewinn an Lebensqualität: Die Patienten, die die niedrigste Chemotherapiedosis erhielten, waren mit der Behandlung am zufriedensten – u.a., weil sie mit deutlich weniger Nebenwirkungen zu kämpfen hatten als Patienten, die höhere Dosen erhielten.

Da die Forscher keine Patientengruppe der Älteren und Gebrechlichen ausmachen konnten, die von der vollen im Vergleich zur erniedrigten Chemotherapiedosis profitiert hätte, plädieren sie für einen Einsatz des reduzierten Schemas bei alten und nicht fitten Patienten mit fortgeschrittenem Magen- oder Speiseröhrenkrebs.

In einer Untergruppe von 45 Patienten, die noch gebrechlicher als die übrigen waren, wurde untersucht, ob diese überhaupt von der Chemotherapie (in niedrigster Dosierung) plus beste unterstützende Therapie profitieren können. Auch diese Patienten erlebten einen Überlebensvorteil und einen Gewinn an Lebensqualität, selbst wenn einige Nebenwirkungen bei der Behandlung auftraten. Auch bei sehr alten und gebrechlichen Patienten könne eine Chemotherapie also eine gute Option sein, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Swinson D et al. Best supportive care (BSC) with or without low-dose chemotherapy (chemo) in frail elderly patients with advanced gastroesophageal cancer (aGOAC): The uncertain randomization of the GO2 phase III trial. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 4051)

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.09.2019 20:43