Chemostrahlentherapie vor der Operation bei Speiseröhrenkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Auch langfristig sind durch die zusätzliche Therapie keine Beeinträchtigungen der Lebensqualität zu befürchten.

Bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs bzw. Krebs am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen kann vor der Operation eine neoadjuvante Chemostrahlentherapie durchgeführt werden, um den Operationserfolg zu unterstützen. Auch wenn diese zusätzliche Therapie mit Nebenwirkungen verbunden ist, wirkt sie sich doch vorteilhaft aus und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen langfristig nicht ein. Dies geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology hervor.

In die Studie waren 368 Patienten eingeschlossen worden, die wegen Speiseröhrenkrebs oder Krebs am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen mit Chemostrahlentherapie plus anschließender Operation behandelt oder nur operiert worden waren. Nach fast neunjähriger Beobachtungszeit war ein Drittel aller Patienten noch am Leben. Es fanden sich zwischen den Behandlungsgruppen keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Lebensqualität. 

Ermittelt wurde unter anderem, unter welchen Komplikationen der Therapien die Patienten nach einem bzw. nach frühestens sechs Jahren noch litten. Dabei zeigte sich, dass Probleme beim Essen (z.B. Schlucken, Appetitlosigkeit), körperliche Einschränkungen und chronische Ermüdung (Fatigue) auch nach vielen Jahren noch im selben Ausmaß vorhanden waren wie ein Jahr nach der Operation. Auch gab es keine Unterschiede in der Lebensqualität. Jedoch hatten sich zum Beispiel Probleme beim Essen gegenüber dem Zustand vor der Therapie deutlich verbessert.

Eine zusätzliche Chemostrahlentherapie vor der Operation verbessere die Überlebensaussichten der Patienten mit Speiseröhrenkrebs oder Krebs am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, ohne im Vergleich zur alleinigen Operation kurz- oder langfristig negative Auswirkungen auf die Lebensqualität zu haben, so die Interpretation der Studienautoren. Sie solle deshalb allen Patienten als Therapieoption angeboten werden. 

 

Quelle:

Noordman B J et al. Impact of Neoadjuvant Chemoradiotherapy on Health Related Quality of Life In Long-Term Survivors of Esophageal or Junctional Cancer: Results from the Randomized Cross Trial. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. November 2017, mdx726, https://doi.org/10.1093/annonc/mdx726

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Speiseröhrenkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19