Chemostrahlentherapie nach Operation bei Glioblastom: Wie lange warten?

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Wenn zwischen der Operation und der adjuvanten Chemostrahlentherapie mehr als fünf Wochen vergehen, wirkt sich das offenbar auf die Prognose nicht ungünstig aus.

Patienten mit Glioblastom, dem häufigsten bösartigen Hirntumor bei Erwachsenen, können davon profitieren, wenn sie nach einer Operation noch eine unterstützende, sogenannte adjuvante Chemostrahlentherapie erhalten. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer berichteten, wirkt es sich nicht negativ aus, wenn ein wenig Zeit zwischen dem chirurgischen Eingriff und der adjuvanten Therapie vergeht.

In die Studie wurden die Daten von 30.414 Patienten einbezogen, die innerhalb des Zeitraums 2004 bis 2013 erkrankt und behandelt worden waren. Die Forscher untersuchten, wie es sich auswirkte, wenn das Zeitintervall zwischen Operation und adjuvanter Chemostrahlentherapie unterschiedlich groß war. Wie sich herausstellte, spielte es für die Überlebenschancen keine Rolle, wenn fünf Wochen oder mehr zwischen der Operation und der Chemostrahlentherapie lagen. Jedoch war es offenbar ungünstig, wenn der Abstand zwischen den Therapien weniger als drei Wochen betrug.

In dieser Studie, so die Studienautoren, habe der optimale Abstand zwischen der Operation und der adjuvanten Chemostrahlentherapie bei Patienten mit Glioblastom drei oder mehr Wochen betragen. Dies bedürfe weiterer Untersuchungen.

 

Quelle:

Press RH et al. Optimal timing of chemoradiotherapy after surgical resection of glioblastoma: Stratification by validated prognostic classification. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 28. April 2020, https://doi.org/10.1002/cncr.32797

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24